Heute möchten wir Marley vorstellen. Marley ist ein ca. 6 Jahre alter Rüde, der ursprünglich aus Rumänien kommt. Von dort wurde er vermittelt und hat im schönen Tirol seinen Lebensplatz gefunden. Nach einigen Wochen im neuen Zuhause bemerkte die Besitzerin, dass Marley immer wieder leichten, blutigen Ausfluss aus dem Penis hat. Nach einem Besuch bei der Haustierärztin wurde Marley zur weiteren Abklärung zu uns überwiesen. Unsere Onkologin fand schnell die Ursache für Marleys Symptome: Ein Sticker Sarkom.

Das Sticker Sarkom ist ein Tumor der äußeren Geschlechtsorgane bei Hündinnen und Rüden, der vor allem bei Hunden in südlichen Ländern auftritt. Durch den Import von Auslandshunden ist diese Tumorart jedoch auch bei uns immer häufiger anzutreffen. Die ersten, auffälligen Symptome sind meist blutiger und/oder eitrig Ausfluss aus Penis oder Vulva. Dieser entsteht dadurch, dass sich rötliche, blumenkohlartige Wucherungen an den Genitalschleimhäuten bilden, welche meist nässen. In seltenen Fällen können sich diese Wucherungen auch in der Nase, im Maul oder anderen Organen bilden.

Das Besondere an dieser Erkrankung ist, dass der Tumor von Hund zu Hund übertragbar ist. Deshalb wurde lange Zeit vermutet, dass es sich nicht um ein tumoröses Geschehen, sondern um eine Virusinfektion handelt. Metastasen sind bei dieser Tumorart eher selten und treten nur bei ca. 10% der betroffenen Hunde auf.

Übertragen wird das Sticker Sarkom durch den Deckakt, aber auch durch Belecken oder Schnüffeln an den befallenen Stellen können Tumorzellen auf einen anderen Hund übergehen.Um die Diagnose zu sichern, wird in einer kurzen Sedierung eine Probe der Wucherung genommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei manchen Hunden kann die Probe auch ohne Sedierung entnommen werden.

Therapiert wird das Sticker Sarkom immer mit einer Chemotherapie, da eine chirurgische Entfernung meist nicht zum gewünschten Erfolg führt und die Wucherungen meist bereits nach kurzer Zeit wieder auftreten. Wird das Sticker Sarkom frühzeitig erkannt, ist die Chance auf eine vollständige Heilung sehr hoch.

Auf den Bildern ist das Sticker Sarkom von Marley zu erkennen. Bild 1 zeigt das Sarkom bei der ersten Untersuchung in unserer Klinik. Bild 2 wurde nach der ersten Chemotherapie aufgenommen. Hier ist bereits ein großer Unterschied zu erkennen. Jetzt, knapp 4 Monate nach Therapiestart sind die Wucherungen bereits vollständig verschwunden und Marley freut sich bester Gesundheit. Wir wünschen Marley und seinem Frauchen nur das Beste für die Zukunft!

Wir wünschen allen Zwei- und Vierbeinern von ganzem Herzen ein zauberhaftes Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten und mit viel Zeit zum Genießen.

Wir sind natürlich auch über Weihnachten für Sie da und für lebensbedrohliche Notfälle jederzeit erreichbar. Bei einem Notfall bitten wir Sie, uns immer vorab telefonisch zu kontaktieren.

Ein kurzer unbeobachteter Moment und der Hund klaut ein Stückchen Kuchen vom Tisch oder schmatzt gemütlich an einem Weihnachtskeks. Vielleicht meint man es aber auch nur gut und möchte den Vierbeiner mit einem besonderen Leckerchen etwas Gutes tun. Egal wie es dazu kommt: Lebensmittelvergiftungen bei Hund und Katze treten relativ häufig auf und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Schokolade – der häufigste Übeltäter
Nicht die Schokolade an sich, sondern der darin enthaltene Kakao ist für Hund und Katze gefährlich. Das in Kakao enthaltene Methylxanthin, Koffein und Theobromin kann von Hund und Katze nur schlecht abgebaut werden und führt in Folge zur Vergiftung. Dunkle Schokolade ist demnach weitaus gefährlicher als Milchschokolade. Deshalb ist die Schwere der Vergiftung nicht nur abhängig von der aufgenommen Menge, sondern auch vom Kakaogehalt der Schokolade und dem Körpergewicht des Tieres. Ein Beispiel: Für einen 10 kg schweren Hund kann die Aufnahme von einer halbe Tafel dunkler Schokolade bereits zum Tod führen.

Die Symptome bei einer Schokoladenvergiftung reichen von Unruhe, Kreislaufproblemen, Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden bis hin zu Krampfanfall. In schweren Fällen tritt der Tod innerhalb von 12 Stunden nach der Aufnahme ein.

Rosinen / Weintrauben – das kaum bekannte Risiko
Seit langem ist bekannt, dass Vergiftungen nach einer Aufnahme von Weintrauben bzw. Rosinen auftreten. Noch immer ist aber nicht genau geklärt, welcher darin enthaltene Stoff für unsere Vierbeiner giftig ist. Es gibt Hunde, die selbst nach einer großen Menge von Trauben keinerlei Symptome zeigen. Für andere Hunde wiederum kann bereits die Aufnahme von kleinen Mengen lebensbedrohlich sein. Auch für Katzen kann nach dem Fressen von Trauben/Rosinen eine Vergiftung auftreten. Da noch nicht klar ist, ob die unterschiedliche Toleranzen von der Art der Trauben, der Verstoffwechslung der Hunde oder ähnlichem abhängt, kann auch keine Schwellenwert angegeben werden, ab welcher Menge Vergiftungssymptome auftreten. Was jedoch bereits bewiesen wurde ist, dass Rosinen wesentlich toxischer sind als Weintrauben und geringere Mengen bereits schwere Folgen auslösen können.

Die Symptome bei einer Trauben-/Rosinenvergiftung reichen von vermehrtem Speichelfluss, über Durchfall, Lethargie, bis zu Krämpfen, taumelndem Gang und schlussendlich zum akuten Nierenversagen.

Nüsse – die Macadamia
Bei Macadamianüssen gilt das selbe wie bei Weintrauben: Noch ist nicht klar, welcher Inhaltsstoff für unsere Vierbeiner toxisch ist. Auch hier sind je nach der Menge der Aufnahme und dem Gewicht des Tieres unterschiedlich starke Auswirkungen möglich. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass eine Nuss auf ca. 1kg Körpergewicht bereits Vergiftungserscheinungen hervorruft.

Diese können sein: Lahmheit, reduzierte Stehfähigkeit, Speicheln, Fieber, gestörte bzw. veränderte Bewegungsabläufe.

Zwiebeln – der Dauerbrenner
Vor allem bei Katzen werden nach einer Aufnahme von Zwiebeln schwere Symptome beschrieben. Toxisch sind dabei nicht nur klassische Zwiebeln, sondern auch Knoblauch, Laucharten sowie Bärlauch und Frühlingszwiebeln. Diese bewirken im Körper eine Sauerstoffunterversorgung von Körperzellen. Blutzellen werden zerstört und und es kommt dann zu einer sogenannten Anämie (einer Blutarmut).

Problematisch sind hierbei auch diverse Knoblauchprodukte für Hunde, die gegen Parasiten und/oder Würmer helfen sollen. Diese haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, obwohl deren Wirkung nicht bestätigt werden konnte. Auch die Verabreichung von rohem Knoblauch wird vor allem in den sozialen Medien empfohlen, wovon aber dringend abzuraten ist. Auch wiederholte Gaben von kleinen Mengen kann zu einer Blutarmut führen, die für den Tierbesitzer aber nicht erkennbar ist. Zwiebelgewächse sind für Hunde bereits ab einer Menge von 5g pro KG Körpergewicht toxisch.

Auch hier gibt es viele unterschiedliche Symptome, die teilweise aber erst einige Tage nach der Aufnahme auftreten können: Erbrechen, Durchfall, blasse Schleimhäute, Lethargie, Herzrasen.

Xylit – die gefährliche Süße
Bei Xylit handelt es sich um einen sogenannten Zuckerersatzstoff der in immer mehr Light-Produkten, aber auch in Zahnpasten und Kaugummis enthalten ist. Bekannt ist das Süßungsmittel auch als Birkenzucker oder Pentanpentol. Das Problem bei diesem Produkt ist, dass bereits kleine Mengen in kurzer Zeit zum Tod des Hundes führen können. Bei der Aufnahme von Xylit wird eine große Menge Insulin ausgeschüttet die zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung führt. Eine Dosis von 0,1g Xylit pro Kilogramm Körpergewicht führt bereits zu Vergiftungssymptomen. Für einen mittelgroßen Hund kann der Genuss eines Stücks Kuchen mit Birkenzucker also bereits tödlich enden. Das Problem an Xylit ist, dass die Zeitspanne von der Aufnahme bis zum Tod des Hundes nur sehr kurz ist. Hat das Tier das Produkt aufgenommen, muss sofort gehandelt werden.

Die Symptome bei dieser Vergiftung sind Lethargie, Schwäche, Bewegungsstörungen, Krämpfe und schlussendlich der Tod.

Weitere Gefahrenquellen
Neben den oben angeführten Lebensmitteln gibt es natürlich noch weitere Gefahrenquellen, welche toxisch für unsere Vierbeiner sind. Dazu zählt beispielsweise Alkohol, Avocados, Schneckenkorn sowie mehrere Pflanzenarten wie beispielsweise der Weihnachtsstern.

Haben Hund oder Katze toxische Substanzen aufgenommen gilt immer eines: So rasch wie möglich ab zum Tierarzt! Kommt das Tier innerhalb von ca. zwei Stunden nach der Aufnahme bei uns an, kann es zum Erbrechen gebracht werden. So kann zumindest ein Großteil der giftigen Substanz ausgeschieden werden. Sind bereits Vergiftungssymptome vorhanden, hilft meist nur noch eine symptomatische Therapie um das Leben des Tieres zu retten.

Hat der Vierbeiner beispielsweise Schokolade gefressen oder von einer xylithaltigen Marmelade genascht, bringen Sie wenn möglich auch immer die Verpackung mit in die Tierklinik. So hat der Tierarzt die Möglichkeit, die aufgenommene Menge zu berechnen und eine passende Therapie einzuleiten.

Es ist gerade einmal Ende November und schon höchste Zeit, sich mit Silvester zu beschäftigen. Während die einen Tiere an Silvester völlig entspannt sind, leiden die anderen unter der lauten Knallerei. Dies äußert sich in Unruhe, Angst und im schlimmsten Fall in völliger Panik. Jedes Jahr um und nach Silvester steigt die Anzahl an Vermisstenmeldungen von entlaufenen Hunden an, die in Panik verfallen und weglaufen.Die meisten Tierbesitzer denken, dass es ausreichend ist, sich kurz vor Silvester eine sogenannte „Beruhigungstablette“ abzuholen. Richtig ist jedoch, sich bereits jetzt Gedanken über Silvester zu machen, um gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen zu können.

Je nachdem, wie stark die Angst des Vierbeiners ausgeprägt ist, können unterschiedliche Präparate zur Beruhigung angewendet werden. Neben einigen pflanzlichen Mitteln und Pheromonen gibt es auch unterschiedliche angstlösende Medikamente, welche den Jahreswechsel für den Vierbeiner stressfreier machen. In einem persönlichen Gespräch mit dem Tierbesitzer wird bei uns je nach Alter, Gesundheitszustand und Angstlevel des Vierbeiners das passende Präparat ausgewählt. Ist der Stresslevel des Tieres so groß, dass ein angstlösendes Medikament zum Einsatz kommt, wird die Dosierung und Anwendung immer in einem Beratungsgespräch mit dem Tierarzt besprochen.

Bei einigen Präparaten ist es wichtig, dass mit der Gabe bereits einige Wochen vor Silvester begonnen wird, um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen. Deshalb ist es jetzt bereits höchste Zeit, einen Termin zu vereinbaren und gemeinsam mit dem Tierarzt das ideale Präparat für unsere tierischen Lieblinge zu finden.

Uns ist bewusst, dass vor allem auf Social Media auch viele Hausmittel empfohlen werden. Wir raten dringend davon ab, Tieren alkoholische Getränke, hohe Dosen CBD oder Ähnliches zu verabreichen. Vor allem der unter Hundehaltern beliebte Tipp mit Eierlikör ist zu hinterfragen. Alkohol ist für Hunde schädlich und kann in einer zu großen Menge bereits zu einer akuten Vergiftung führen. Zudem wird dieses „Hausmittelchen“ auch zu keiner relevanten Entspannung führen. Wir raten dringend von solchen Tipps ab, da es zu diesen keinerlei fundierte, wissenschaftliche Dosierungsangaben gibt und die Menge der Gabe meist vom Tierbesitzer selbst geschätzt wird. So kann der Schuss auch nach hinten losgehen: Wir wünschen uns für die Tiere ein möglichst stressfreies Silvester und keinen Aufenthalt in der Klinik.

Wie geht es Ihrem Vierbeiner an Silvester? Sehr entspannt oder doch gestresst?

Immer wieder fragen uns Katzenbesitzer, ob man denn die Krallen der Katze regelmäßig schneiden muss. Eine Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt.

Junge Katzen sind meist sehr agil, bewegen sich viel, klettern, und wetzen ihre Krallen an Bäumen und leider oft auch – zum Leidwesen der Besitzer – an den Möbeln. So bleiben die Krallen in der Regel schön kurz und müssen daher nicht geschnitten werden.

Bei älteren sowie übergewichtigen und kranken Tieren sieht dies allerdings ganz anders aus. So manche Katze verbringt den Tag lieber Zuhause vor dem warmen Ofen als draußen. Durch die geringe Bewegung werden die Krallen nicht auf natürliche Weise abgenutzt und wachsen dadurch stetig weiter.

Hinweise für zu lange Krallen sind, wenn die Katze an Teppichen oder andern Textilien hängen bleibt oder wenn man den Stubentiger bei jedem Schritt „Klappern“ hört, da die Krallen den Boden berühren. Spröde oder splitternde Krallen sollten ebenfalls korrigiert werden. Ab einer bestimmten Länge der Krallen ist es der Katze nicht mehr möglich, die Zehen normal zu belasten, weshalb oft eine Schonhaltung eingenommen wird, die langfristig zu Schmerzen führt. Im schlimmsten Fall werden die Krallen so lang, dass sie in die Ballen einwachsen. Auf unserem Bild ist die Pfote einer älteren Katzendame zu sehen, bei der die Krallen schon seit längerer Zeit eingewachsen waren. Da dies nur sehr langsam passiert, fällt es den Tierbesitzern oft nicht sofort auf. Eingewachsene Krallen sind äußerst schmerzhaft für unsere Vierbeiner. Jede Belastung der Pfote wird hier zu einer Tortour. Meist müssen die eingewachsenen Krallen in Sedierung geschnitten und aus dem Ballen entfernt werden. In der Regel sind auch Pfotenverbände nötig, bis die meist stark entzündeten Wunden gut verheilt sind.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist es wichtig, die Krallen der Katzen an allen vier Pfoten regelmäßig zu kontrollieren. Wohnungskatzen sollten immer verschiedene Kratzmöbel zur Verfügung gestellt werden, damit die Stubentiger auch Indoor die Möglichkeit haben, die Krallen auf natürliche Art abzuwetzen. Sind die Krallen zu lange, müssen sie fachgerecht gekürzt werden. Dies können Sie als Tierbesitzer Zuhause mit einer geeigneten Krallenschere erledigen oder beim Tierarzt machen lassen. Wichtig ist, dass beim Schneiden darauf geachtet wird, dass der durchblutete Teil der Kralle unberührt bleibt. Gerne können wir Ihnen bei der nächsten Untersuchung zeigen, wie Sie die Krallen ganz einfach Zuhause kürzen können.

Bevor wir mit den Schmerzäußerungen starten, wollen wir erst klären, was Schmerz eigentlich bedeutet. Schmerz ist laut der Weltschmerzorganisation IASP ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.

Medizinisch erklärt sind Schmerzen Sinneswahrnehmungen, die von unterschiedlichen Rezeptoren und Nerven erkannt und ans Gehirn weitergeleitet werden. Unterteilt werden diese Schmerzen in akute und chronische Schmerzen. Beim akuten Schmerz tritt der Hund beispielsweise in eine Scherbe und zieht sich eine Schnittverletzung zu: der Schmerz tritt also sofort auf. Bei chronischen Schmerzen handelt es sich beispielsweise um einen Hund mit Arthrose, der schon länger anhaltende bzw. ständig wiederkehrende Schmerzen hat. Bei fehlender Behandlung können akute Schmerzen chronisch werden. Selbst wenn die Ursache der Schmerzen bereits behoben ist, kann sich ein Schmerzgedächtnis ausbilden. Das heißt, dass das Gehirn Schmerzen vortäuscht, die nicht mehr vorhanden sind.

Wie zeigt ein Tier Schmerzen?
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Je nach Tierart sowie Art und Lokalisation des Schmerzes, zeigen die Tiere unterschiedliche Symptome. Eines haben jedoch alle Tierarten gleich: Schmerzen sind nicht mit Lautäußerungen wie Jammern, Winseln oder Schreien verbunden. Oft hören wir den Satz: „Mein Hund humpelt und ich habe alles abgetastet aber Schmerz hat er keinen“. Alleine das Entlasten des Beines ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Hund unter Schmerzen leidet. Beim Auftreten der Gliedmaße wird ein Schmerz ausgelöst, weshalb der Hund das Bein entlastet.

Folgend geben wir einen Einblick über mögliche Schmerzäußerungen bei Hund und Katze. Dies dient allerdings nur als Anhaltspunkt. Natürlich gibt es noch viele andere Symptome die auf Scherzen hinweisen.
▪️ Lautäußerungen: Winseln, Jammern, Aufschreien
▪️ Zahnschmerzen: Fressunlust, Speicheln, einseitiges Kauen
▪️ Gelenkschmerzen: Steifer oder unrunder Gang, Lahmheit, unregelmäßige Belastung der Gliedmaßen, Schonhaltungen, erschwertes Aufstehen, Bewegungsunlust, Meiden von Bewegungen oder gewissen Kommandos wie Sitz oder ins Auto springen
▪️ Bauchschmerzen: Appetitlosigkeit, Bewegungsunlust, Erbrechen, Durchfall, Katzenbuckel, Steifer Gang, Tier will sich nicht ablegen
▪️ Unspezifische Äußerungen: starkes Hecheln, Aggressivität, Zittern, geweitete Pupillen, beschleunigte Herzfrequenz, Teilnahmslosigkeit, Schlappheit, Tier zieht sich zurück.

Dies sind nur einige der Symptome, welche Tiere zeigen, wenn sie unter Schmerzen leiden. Damit ein akuter Schmerz nicht chronisch wird, ist es besonders wichtig, dass betroffene Tiere zeitnah behandelt werden. Haben Sie also das Gefühl, dass Ihr Tier Veränderungen zeigt, gehen Sie auf Nummer sicher und vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin.

Was hilft gegen Schmerzen?
Je nach Art des Schmerzes stehen verschiedene Schmerzmittel bzw. Entzündungshemmer zur Verfügung. Die Wahl des richtigen Präparates hängt immer von der Tierart, dem Schweregrad des Schmerzes sowie der Art der Schmerzen (Zahnschmerzen, Gelenkschmerzen,…) ab. Nahrungsergänzungsmittel sowie Physiotherapie können je nach Schmerz unterstützend als Therapie eingesetzt werden. Je nach Schmerzart können auch Wärmebehandlungen oder Kühlpads Hilfe leisten. Diverse Hausmittel sollten immer nur in Absprache mit dem Tierarzt angewendet werden. Zudem ist es wichtig zu erwähnen, dass Tiere niemals Schmerzmittel aus der Humanmedizin erhalten dürfen. Einige Wirkstoffe sind für Hunde und Katzen unverträglich und können bereits bei geringen Mengen zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod führen.

Wie kann ich Schmerzen vorbeugen?
Das A und O bei Schmerzen ist eine jährliche Gesundenuntersuchung. Zudem gilt, wie auch beim Menschen, dass eine gesunde Lebensweise (regelmäßige Bewegung, Normalgewicht und gesunde Ernährung) Krankheiten vorbeugt und somit Schmerzen verhindert.

Jedes Tier hat ein schmerzfreies und glückliches Leben verdient. Deshalb ist es wichtig, dass Tierbesitzer ihre Tiere gut beobachten und bei Auffälligkeiten einen Tierarzt aufsuchen.

Heute gibt es einen kurzen Beitrag zum Thema Trächtigkeit und ein dazu passendes – nennen wir es einmal – Suchbild.

Hunde sind nur knapp 63 Tage, also zwei Monate tragend. Die Größe des Wurfes ist dabei sehr unterschiedlich und kann von einem Welpen bis weit über 10 Welpen reichen. Um eine Trächtigkeit zu bestätigen, kann ungefähr ab der dritten Woche eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Im Ultraschall kann aber nur eine grobe Angabe zur Anzahl der Welpen gemacht werden. Damit der Besitzer Gewissheit hat, wie viele Welpen erwartet werden, empfiehlt sich ein Röntgenbild. Ab dem 50. Tag der Trächtigkeit sind die Welpen auf dem Röntgenbild sichtbar, da sich ab diesem Zeitpunkt das Skelett des Nachwuchses verknöchert.

Wie viele Welpen sind hier zu sehen? Die Auflösung ist unter dem Bild zu finden.

Die Auflösung: Es sind 11 hübsche Schäferhund Welpen geworden und die Hündin hat die Geburt super gemeistert.

Als Mammatumore bezeichnet man Umfangsvermehrungen (Tumore) in der Milchdrüse bzw. Gesäugeleiste des Hundes. Diese Erkrankung ist vergleichbar mit Brustkrebs beim Menschen. Bei Mammatumoren handelt es sich um die häufigste Krebsart beim Hund. Deshalb möchten wir heute aufzeigen, was es mit dieser Erkrankung auf sich hat und wie man als Tierbesitzer am besten vorsorgen kann.Vor einigen Wochen kam Julie, eine 11 Jahre alte Jack Russel Dame, mit Ihrem Frauchen zu uns in die Klinik. Der Besitzerin ist aufgefallen, dass Juli seit einiger Zeit eine Schwellung an einer Zitze hat.


Eine genaue Untersuchung mittels Probennahme durch unsere Onkologin ergab, dass es sich bei diesem Knoten unter der Haut wahrscheinlich um einen Mammatumor handelt. Knapp 50% dieser Mammatumore sind bösartig und können in umliegende Lymphknoten und Organe streuen, weshalb die Früherkennung ein sehr wichtiger Aspekt ist. Bevor eine Operation bei einem erkrankten Hund gemacht werden kann, muss abgeklärt werden, ob bereits Metastasen vorhanden sind, also ob der Krebs gestreut hat. Das bedeutet, dass unter Umständen mehrere Voruntersuchungen gemacht werden müssen, wie z.B. Blutabnahme, Röntgen, Ultraschall,… Bei Julie sind alle Untersuchungen gut ausgefallen und einer Operation stand nichts im Wege.
Bei Mammatumoren ist das Risiko relativ hoch, dass sich im verbliebenen Milchdrüsengewebe im Laufe der Zeit erneut Tumore bilden können. Aufgrund dessen wird (je nach Alter des Hundes, Anzahl der Tumoren und schwere der Erkrankung) in der Regel der gesamte Gesäugekomplex entfernt. Bei Julie befand sich der Tumor an der vorletzten Zitze auf der rechten Seite. Aufgrund der erhobenen Befunde musste dann die gesamte rechte Mammaleiste (von der ersten bis zur letzten Zitze) entfernt werden.


Wir empfehlen jedem Tierbesitzer, den entfernten Tumor histopathologisch untersuchen zu lassen. Anhand dieser Befunde kann das entnommene Gewebe genauestens beurteilt und die mögliche Therapie (chirurgische Entfernung) zielgerichtet und individuell auf den Hund angepasst werden. Viele Karzinome können (früh genug erkannt) chirurgisch entfernt werden und der Hund gilt anschließend als geheilt. Es gibt aber durchaus auch aggressive Tumore, bei denen die durchschnittliche Überlebenszeit bei knapp 2-3 Monaten liegt. Diese Erkrankung sollte also sehr ernst genommen werden.


Wie kann einem Mammatumor vorgebeugt werden?
Als Besitzer von Hündinnen ist vor allem eines relevant: Abtasten. Wir empfehlen bei Hündinnen regelmäßig die Gesäugeleiste abzutasten und bei Auffälligkeiten zeitnah den Tierarzt aufzusuchen.
Studien haben zudem gezeigt, dass eine Kastration, spätestens nach der ersten Läufigkeit, das Risiko der Entstehung von Mammatumoren im Laufe des Lebens, drastisch reduziert. Wird die Hündin nach der zweiten, vierten oder zehnten Läufigkeit kastriert, ist das Risiko höher. Zudem ist bekannt, dass manche Rassen ein höheres Risiko für Mammatumore haben. Dazu gehören beispielsweise Chihuahuas, Yorkshire Terrier, Dackel, Malteser und Cocker Spaniel.


14 Tage nach der Operation hat uns Julie zur Kontrolle und zum ziehen der Fäden besucht. Die tapfere Hündin hat sich gut von der Operation erholt. Die Befunde der histologischen Untersuchung ergaben, dass der Tumor bösartig war aber zum Glück vollständig entfernt werden konnte. Für Julie bedeutet dies, dass die verbliebene, linke Milchleiste sowie die Lymphknoten regelmäßig kontrolliert werden sollten.


Wir wünschen Julie und ihrem Frauchen nur das Beste und wünschen den beiden noch eine wunderschöne und vor allem lange gemeinsame Zeit.

Wir freuen uns, dass wir auch dieses Jahr wieder an der Aktion „Impfen für Afrika“ von Tierärzte ohne Grenzen teilnehmen dürfen. In dieser Woche (11.10. bis 16.10.) wird die Hälfte aller Impfeinnahmen an Tierärzte ohne Grenzen gespendet und kommt dort einem Hilfsprojekt zugute.Wir freuen uns über jeden, der mit der Impfung seines Vierbeiners gemeinsam mit […]

Fremdkörper sind beim Hund keine Seltenheit. Viele Hunde fressen draußen in unbeobachteten Momente gerne einmal etwas zusammen oder bedienen sich sogar Zuhause an den einen oder anderen Gegenständen, die absolut nicht für Hunde geeignet sind. Bei Katzen sind Fremdkörper ebenfalls anzutreffen. Allerdings fressen Katzen im Gegensatz zu Hunden weitaus weniger oft große Gegenstände.

Es ist überraschend, was in manchen Tieren zu finden ist: Maiskolben, Nadeln, Socken, Plastikteile, Weihnachtskugeln, Kinderspielzeug, Haargummis, Glühbirnen, Steine,… sind nur einige Beispiele. Je nachdem, aus welchem Material der Fremdkörper besteht, kann dieser auf einem Röntgenbild sichtbar sein. Wir zeigen hier einige Beispiele von Fremdkörpern, welche auf dem Röntgenbild gut erkennbar sind.

Heute beschreiben wir die drei Fremdkörper, die bei Katzen am Häufigsten auftreten:

Grashalme
Was erstmals ziemlich unbedenklich klingt, kann für die Katze zu einer wahren Tortour werden. Grashalme zählen zu den häufigsten Fremdkörpern bei der Katze. Durch das Gras fressen und anschließende Erbrechen können einzelne Grashalme in die oberen Atemwege gelangen und sich dort festsetzen. In der Regel haften diese Halme dann im Nasenrachen, können aber bis in die Nasenhöhle vordringen. Die betroffenen Tiere zeigen schnupfenähnliche Symptome wie z.B: vermehrtes Niesen oder einseitiger Nasenausfluss, Würgen oder ein verändertes Schlucken. Auch Heiserkeit bzw. Stimmverlust sind mögliche Anzeichen. Durch den ständigen Reiz im Nasen-Rachenraum versuchen die Katzen durch Niesen und Würgen den Fremdkörper los zu werden, was in der Regel aber nicht gelingt. Um den Fremdkörper zu entfernen, erhalten die Katzen eine Sedierung in der nach einem feststeckenden Grashalm gesucht wird. Ist dieser in der Maulhöhle nicht sichtbar, wird eine sogenannte Rhinoskopie durchgeführt, bei der der Nasen-Rachenraum mit einer kleinen Kamera untersucht wird. Der Grashalm wird dann mit einer Klemme vorsichtig entfernt.

Haargummis
Haargummis oder andere Gummibänder stehen bei Katzen ganz hoch im Kurs. Die kleinen Gummis lassen sich prima schieben, werfen und daran ziehen. Leider kommt es auch häufiger vor, dass solche Gummis dann verschluckt werden. Je nach Größe und Anzahl der verschluckten Teile ist es möglich, dass diese von der Katze wieder ausgeschieden werden. Es kann aber auch vorkommen, dass die Fremdkörper im Magen verbleiben und gar einen Darmverschluss verursachen. Die Symptome sind sehr unspezifisch und reichen von Appetitlosigkeit und Durchfall über Erbrechen bis hin zu Schlappheit. Die Behandlung richtet sich nach der Lage der Haargummis und der aufgenommenen Menge. Manche Fremdkörper können in einer Sedierung endoskopisch entfernt werden, andere wiederum nur mit einer Operation, bei der die Bauchhöhle eröffnet werden muss.

Fäden
Gerade zur Weihnachtszeit sind fadenförmige Fremdkörper bei der Katze sehr häufig. Vor allem glitzerndes Lametta ist für Katzen wohl besonders interessant. Aber auch unter dem Jahr kommen Fadenfremdkörper vor. Beispielsweise dann, wenn Nähmaterial für die Katze zugänglich ist. Fadenartige Fremdkörper sind für die Katze besonders gefährlich, da diese den Darm „auffädeln“ und somit stark beschädigen können. Zudem besteht die Gefahr, dass noch eine Nadel am Faden hängt und diese ebenfalls verschluckt wird. Das Wichtigste bei Fadenfremdkörper: Hat die Katze einen Faden verschluckt, schneiden Sie diesen bitte niemals ab, sondern versuchen Sie, den Faden irgendwie zu fixieren und suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf. Auch diese Fremdkörper können ausschließlich in Narkose entfernt werden.

Grasfremdkörper können (gerade bei Freigängern) leider nicht verhindert werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Katze Zuhause keinen Zugang zu losen Fäden oder diversen Gummis hat, wenn diese damit spielen würde. Sollten Sie beobachten, dass Ihre Katze oder Ihr Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, suchen Sie bitte so schnell wie möglich einen Tierarzt auf. Innerhalb kurzer Zeit nach dem Fressen des Gegenstandes kann der Patient (je nach verschlucktem Teil) zum Erbrechen gebracht werden. So kann unter Umständen eine Narkose oder sogar Operation vermieden werden.