Vielen Katzenbesitzern ist die Erkrankung FIP bereits bekannt. Bei der „feline infektiösen Peritonitis“ handelt es sich um eine Krankheit, die immer tödlich verläuft. Da diese Erkrankung recht häufig auftritt ist sie unter Katzenhaltern bekannt und gefürchtet.

Hervorgerufen wird die Erkrankung durch ein sogenanntes Coronavirus, welches jedoch nichts mit dem Coronavirus von uns Menschen zu tun hat. Diese Coronaviren werden von Katze zu Katze übertragen, mit dem Kot ausgeschieden und über Nase/Mund aufgenommen.
Grundsätzlich sind diese Viren völlig unbedenklich. Bei manchen Katzen (vor allem bei Jungtieren unter einem Jahr) können diese Coronaviren aber mutieren, wodurch das FIP-Virus entsteht.

Ob die Viren bei einer Katze entarten oder nicht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Auch die Genetik spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Vor allem in Haushalten mit vielen Tieren oder beispielsweise Tierpensionen, Tierheimen,… treten Coronaviren vermehrt auf. Diese Katzen sind also mehr gefährdet, da sie ständig erneut Coronaviren aufnehmen und das Risiko einer Mutation somit zunimmt. Bereits mutierte Viren werden jedoch NICHT von Tier zu Tier übertragen.

Bei FIP unterscheidet man die „feuchte“ und die „trockene“ Form. Bei der feuchten Form kommt es im Krankheitsverlauf zu einer Flüssigkeitsansammlung im Bauch- und Brustraum. Durch die Ergüsse vergrößert sich oft der Bauchumfang, obwohl die Katzen ansonsten spindeldürr sind. Manche Patienten leiden auch unter Atemproblemen. Die meisten Katzen sehen zu diesem Zeitpunkt bereits optisch sehr krank aus und verweigern irgendwann die Nahrungsaufnahme. Bei der feuchten Form kann durch eine Probe der angesammelten Flüssigkeit die Diagnose FIP gestellt werden.

Bei der trockenen Form sind die Symptome jedoch oft unspezifisch. Entzündungen der Organe (Nieren, Leber, Darm), des Nervensystems, der Augen,… sind möglich. In weiterer Folge kommt es zum Organversagen. Bei dieser Form gestaltet sich die Diagnosestellung jedoch schwierig, da eine Probennahme (je nach befallenem Gewebe) nicht immer möglich ist. Es ist also das Zusammenspiel aus mehreren Laboruntersuchungen, welche die Diagnose FIP vermuten aber nicht zuverlässig bestätigen lassen.

Die Behandlung von FIP ist leider oft sehr frustrierend. Bei betroffenen Tieren kann das Fortschreiten der Erkrankung mittels diverser Medikamente für einige Wochen oder Monate verlangsamt werden. In der Regel führt die Erkrankung jedoch wenige Tage nach der Diagnose zum Tod.
In den USA ist aktuell ein Medikament erhältlich, welches in Studien zu bahnbrechenden Ergebnissen führte. Betroffene Katzen konnten mit Hilfe der Medikamente noch mehrere Jahre bei guter Gesundheit überleben. Bisher gibt es für die EU noch keine Zulassung dieses Medikamentes. Derzeit laufen aber einige Studien an der LMU München, von welcher wir hoffen, dass auch wir bald unseren Patientenbesitzern und vor allem den tierischen Patienten Hoffnung schenken können.

Gerade wenn das Partnertier gestorben ist, stellen sich Besitzer immer wieder die Frage, ob eine Einzelhaltung des Kaninchens eine Möglichkeit ist. Vor allem dann, wenn die Kaninchenhaltung eigentlich „auslaufen“ soll.
Die klare Antwort ist: Nein!

Eine Einzelhaltung ist keine Alternative für die hochsozialen und geselligen Tiere. Laut dem österreichischen Tierschutzgesetz muss „der Tierhalter dafür sorgen, dass die Möglichkeit zu Sozialkontakt unter Berücksichtigung der Art …. ihren physiologischen und ethologischen Bedürfnissen angemessen sind.“ (Auszug Tierschutzgesetz Paragraph 13, Abs. 2).
Allein schon rechtlich ist daher jeder Tierbesitzer verpflichtet, sein Kaninchen mindestens zu zweit zu halten.

Kaninchen leben in Familienverbänden und sind sehr gesellige Tiere. Daraus ergibt sich, dass eine Einzelhaltung per se schon nicht artgerecht ist und für das Kaninchen mit viel Leid verbunden ist. Viele Verhaltensweisen der Kaninchen sind auf das gemeinsame Zusammenleben ausgerichtet. Jeder, der schon einmal die Interaktionen zwischen Kaninchen beobachten konnte, weiß, welch innige Beziehungen die einzelnen Tiere eingehen und wie sehr sie den Kontakt genießen (Kontaktliegen, gegenseitige Fellpflege etc.)
Umso trauriger ist es, dass immer noch viele Kaninchen alleine ihr Dasein fristen müssen.

Der Besitzer kann dabei das Partnertier niemals ersetzen. Auch wenn sich der Besitzer täglich z.B. 2 Stunden intensiv mit dem Kaninchen beschäftig, bleibt es die restlichen 22 Stunden allein. Der Besitzer kann also wirklich niemals den Sozialkontakt ersetzen. Auch Meerschweinchen sind kein Ersatz, da sie gänzlich andere Verhaltensweisen zeigen (und ist auch rechtlich nicht erlaubt).

Daher ist es uns ein sehr großes Anliegen, über die Wichtigkeit mindestens eines Partnertieres für die Kaninchen zu informieren. Wir möchten jedem Besitzer sehr ans Herz legen, über verschiedene Möglichkeiten nachzudenken.

Eine Möglichkeit ist natürlich, erneut ein (eventuell älteres) Tier aufzunehmen. Gerade über Tierheime und private Kontakte lassen sich Tiere sehr gut vermitteln, viele ältere Tiere sind alleine und freuen sich über ein neues Zuhause. Die Vergesellschaftung klappt in der Regel sehr gut, wenn ein paar Grundregeln beachtet werden. Hierzu finden Sie schöne Ideen auf der Internethomepage www.kaninchenwiese.de. Auch wir können Ihnen bei einer bevorstehenden Vergesellschaftung gerne Hilfestellungen leisten.

Die andere Möglichkeit besteht darin, für das Tier einen guten Platz zu suchen, um ihm einen artgerechten Lebensabend zu ermöglichen. Oft findet sich ein solcher Platz in einer größeren Gruppe, da viele Besitzer auch gerne ältere Tiere aufnehmen.
Das Alter eines Tieres ist kein Grund, es allein zu lassen! Auch ältere Tiere haben ein Anrecht auf ein Partnertier und unsere Erfahrungen zeigen, dass es sich auf jeden Fall lohnt!

Deshalb gilt: Halten Sie Kaninchen niemals alleine. Kaninchen leiden still aber massiv unter Einzelhaltung!

Falls Sie Hilfe bei der Vergesellschaftung von Kaninchen, Kontaktadressen oder andere Fragen zur Haltung, Gruppenzusammensetzungen etc. haben, können Sie sehr gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

Kaum ein Thema wird in den sozialen Medien so heiß diskutiert wie die Kastration von Hunden. Ein sehr komplexes Thema, bei dem man 10 Antworten erhält, wenn man 10 Personen dazu befragt. Wir wollen heute die größten Mythen zum Thema Kastration aufdecken.

1) Rüden werden kastriert, Hündinnen sterilisiert
Bei der Kastration werden die hormonproduzierenden Drüsen (also die Hoden bzw. die Eierstöcke) entfernt. Bei der Sterilisation hingegen werden nur die Samenleiter bzw. die Eileiter unterbunden. Bei letzterem werden Hündinnen auch weiterhin läufig und damit verbundene Krankheitsrisiken bleiben bestehen. Eine Sterilisation wird bei beiden Geschlechtern deshalb nie durchgeführt sondern immer eine Kastration.

2) Nach der Kastration markiert der Hund nicht mehr
Auch das ist ein Irrtum. Das viele Riechen beim Spaziergang ist zwar einerseits auf die für den Rüden interessanten Hündinnen zurückzuführen, ist in der Regel aber auch ein gewohntes Verhalten, welches mit einer Kastration nicht unterbunden wird. Hier ist vor allem ein gutes Hundetraining erforderlich.

3) Die Kastration macht den Hund ruhiger
Bei Rüden, die mit großem Stress (Fressunlust, dauerndes Fiepsen, starkes Hecheln, Unruhe,…) reagieren, kann die Kastration dafür sorgen, dass der Hund deutlich weniger Stress empfindet und somit entspannter wird. Dass Hunde allerdings allgemein ruhiger werden ist nicht korrekt.

Leinenaggression oder auch Aggression gegenüber Artgenossen werden durch eine Kastration nicht behoben. Leider gehen manche Hundebesitzer davon aus, dass eine Kastration bestimmte Verhaltensmuster wie beispielsweise Dominanz oder territoriales Verhalten verschwinden lässt. Die Kastration ersetzt jedoch niemals eine klare Erziehung!

4) Nach der Kastration werden Hunde dick und bekommen Fellveränderungen
Tatsächlich ist es so, dass Hunde nach der Kastration einen niedrigeren Energiebedarf haben. Damit die Hunde nicht zunehmen sollte bei den meisten Hunden nach der Kastration die Futtermenge etwas reduziert werden um einer Gewichtszunahme entgegen zu wirken. Viele Hunde haben jedoch auch keine Gewichtszunahme trotz Kastration und gleichbleibender Futtermenge.

Eine Fellveränderung kann bei manchen Hunden nach der Kastration tatsächlich auftreten. In der Regel betrifft dies jedoch nur einzelne Rassen, bei denen Fellveränderungen nach der Kastration bereits bekannt sind. Manche der betroffenen Rassen bekommen etwas drahtiges/stumpfes Fell, andere wiederum den bekannten „Babyflaum“.

5) Hunde werden nach der Kastration inkontinent
Ein Gerücht, welches sich auch heutzutage noch hartnäckig hält. Durch die Kastration und das Fehlen der Geschlechtshormone können in manchen Fällen die Nerven, welche für den Schließmuskel der Blase zuständig sind erschlaffen, was zu einer Inkontinenz führt. Bei manchen Rassen wie beispielsweise beim Bobtail oder dem Riesenschnauzer ist das erhöhte Inkontinenz-Risiko bekannt. Bei anderen Rassen ist das Risiko einer Inkontinenz nach der Kastration hingegen sehr gering.

6) Es gibt keine Alternative zur Kastration
Seit längerem gibt es bereits für Rüden einen Chip, welcher einfach und unkompliziert unter die Haut gesetzt wird. Dieser Chip greift in den Hormonhaushalt ein und ist somit eine gute Möglichkeit um zu testen, ob eine Kastration für den Hund von Vorteil ist. Für welche Rüden dieser Chip geeignet ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt.

7) Die Kastration ist laut Tierschutzgesetz verboten
Immer wieder ist davon zu lesen, dass eine Kastration ohne medizinischen Grund gesetzeswidrig ist und sich ein Tierarzt damit strafbar macht.

Es liegt natürlich im Ermessen des Tierarztes und des Tierbesitzers gemeinsam zu entscheiden, ob eine Kastration für den Hund zielführend ist und Vorteile mit sich bringt. Ein generelles Verbot existiert jedoch nicht.

Ob eine Kastration für einen Hund empfehlenswert ist kann nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt immer viele Faktoren, welche bei der Entscheidung beachtet werden müssen:

Mit der Kastration bei Hündinnen kann beispielsweise das Risiko von Mammatumoren drastisch gesenkt werden. Auch Gebärmuttervereiterungen (welche sehr häufig auftreten und lebensbedrohlich sein können) oder ständige Scheinschwangerschaften und damit verbundener Stress können mit einer Kastration ausgeschlossen werden. Bei Rüden die z.B. unter Unruhe, „Panikattacken“, Inappetenz über Wochen,… leiden kann eine Kastration den Stress reduzieren und senkt zudem auch das Risiko von Prostata- und Hodentumoren.

Auf der anderen Seite muss bedacht werden, dass eine Kastration bei gewissen Rassen auch zu einem erhöhten Risiko für bestimmte Krankheiten (oft Rasse spezifisch) führen kann. Zudem beeinflusst eine Kastration auch den Charakter des Hundes. Vor allem bei sehr ängstlichen oder aggressiven Hunden muss abgewägt werden, ob eine Kastration für den Hund Vorteile mit sich bringt und der Zustand weiter verschlimmert wird.

Das Alter des Hundes und der richtige Zeitpunkt sind ebenfalls Faktoren, die beachtet werden müssen. Die Kastration ist ein Eingriff in den Hormonhaushalt, welcher auch für das Ausbilden von Muskeln und Knochen verantwortlich ist. Eine zu frühe Kastration kann die Entwicklung des Hundes einschränken, eine späte Kastration führt hingegen dazu, dass das Risiko für gewisse Tumorarten nicht mehr sinkt.

Unser Fazit: Ob ein Hund kastriert werden kann/soll/muss oder nicht hängt von vielen Faktoren ab: Rasse, Alter, Gesundheitsstatus, Charakter, Lebensumstände…

Die Entscheidung für oder gegen eine Kastration muss daher immer individuell getroffen werden.

Gerne vereinbaren wir auch Beratungstermine wo wir uns ausreichend Zeit nehmen Ihnen alle Vor- und Nachteile einer Kastration zu erklären und gemeinsam mit Ihnen zu entscheiden, ob eine Kastration für Ihren Vierbeiner in Frage kommt.

Hund, Katze und Co. machen uns Menschen glücklich: Sie sind immer für uns da, freuen sich, wenn wir nach Hause kommen und gelten in den meisten Fällen als vollwertiges Familienmitglied. Ein Tier zu halten solle aber keine leichtfertige Entscheidung sein: Ob man den Bedürfnissen des Tieres gerecht wird und genügend Zeit hat sollte im Vorfeld bedacht werden aber auch der finanzielle Aufwand ist ein wichtiges Thema:
Neben den offensichtlichen Kosten für Futter und Zubehör können nämlich innerhalb kurzer Zeit auch hohe Tierarztkosten anfallen. Ein Beispiel: Nehmen wir eine junge Katze, die frisch im neuen Zuhause ankommt. In der achten Lebenswoche ist die erste Impfung fällig, vier Wochen später die Auffrischungsimpfung. Zudem wird die Katze im ersten Lebensjahr öfters entwurmt und benötigt eventuell eine Parasitenprophylaxe. Hier sprechen wir im ersten Lebensjahr bereits von knapp € 150 allein für die Vorsorge.

Führen wir das Beispiel weiter: Besagte Katze darf nach einiger Zeit die Welt erkunden und wird zum Freigänger. Ein kurzer, unaufmerksamer Augenblick und die Katze wird von einem Auto erfasst und direkt zum Tierarzt gebracht. Diagnose: Fraktur des Oberschenkels. Die Katze wird beim Tierarzt stationär aufgenommen, als Notfall versorgt, stabilisiert, mit Medikamenten versorgt und anschließend operiert. Je nachdem, wie komplex die Fraktur ist, belaufen sich die Kosten für diese Operation auf ca. € 800 bis € 1.500. Ist die Katze weitaus schwerer verletzt und hat beispielsweise mehrere Frakturen, leidet an einem Lungenödem oder zusätzlich an einem Schädel-Hirn-Trauma, steigen die Kosten für die Versorgung auch schnell auf über 1.500 €. Gerade solche Autounfälle und Frakturen sind absolut keine Seltenheit sondern werden täglich vorgestellt. Das sind also Geldbeträge, die man als Halter:in eines Haustieres immer im Backup haben muss.

Für viele Tierbesitzer stellt eine so hohe Summe jedoch eine große Herausforderung dar. Wir können natürlich verstehen, dass sich jeder einmal in einer finanziellen Notlage befinden kann. Dennoch ist es die Aufgabe des Tierbesitzers, sich vorab Gedanken zu machen, ob er sich ein Tier, auch in finanziell schwierigen Zeiten, leisten kann.

Wir Tierärzte werden immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen das kranke Tier in der Klinik ist und sich der Tierbesitzer keine Behandlung leisten kann. Wir sind immer bemüht, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden, aber auch hier sind uns Grenzen gesetzt. Warum wir keine Ratenzahlung anbieten können, hat einen ganz einfachen Grund:

Führen wir das oben angegebene Beispiel mit der Katze weiter: Die Katze wurde nach dem Unfall erstversorgt, geröntgt, medikamentös behandelt, infundiert und vom Stationsteam stabilisiert. Anschließend wird die Katze von der Tierarzthelferin für die Operation vorbereitet: intubiert, ausrasiert und gereinigt. Im OP warten zwei erfahrene Chirurgen, welche die ca. 2-Stündige Operation durchführen sowie eine Anästhesistin, welche die Narkose dauerhaft überwacht. Für die Stabilisierung des Gelenkes wird eine Platte mit Schrauben eingesetzt und die Wunde wieder vernäht. Nach der Operation wird die Katze zur Überwachung an das Stationsteam übergeben, wo die Tierpflegerin die Katze während der Aufwachphase überwacht und mit Wärme und Infusion versorgt.Eine solche Operation ist also mit einem hohen Personalaufwand und einer langen Behandlungsdauer verbunden. Alle beteiligten TierarzthelferInnen und TierärztInnen in unserer Klinik sind speziell für Ihren Fachbereich ausgebildet und sind immer auf dem neuesten Stand, um den Patienten die beste Behandlung zukommen zu lassen.Die in der Operation verwendeten Materialien (steriles Material, Platten, Schrauben,…) sind sehr kostenintensiv und müssen auch von uns im Voraus bezahlt werden. So entsteht für uns bereits nach Abschluss der Operation ein hoher Kostenaufwand.Wir sind Tierärzte, die immer das Beste für den Patienten wollen, aber wir sind kein Kreditinstitut, welches die anfallenden Kosten für Tierbesitzer vorstrecken kann. Damit man als Tierhalter gar nicht erst in eine finanzielle Notlage kommt, empfehlen wir 2 Dinge: Bitte überlegen Sie immer vorab gründlich, ob Sie, wenn ihr Tier erkrankt, die nötigen finanziellen Mittel aufbringen können um Ihrem Vierbeiner zu helfen.

Zudem existieren mittlerweile sehr viele unterschiedliche Tierversicherungen, welche in solchen Fällen finanzielle Unterstützung bieten. Informieren Sie sich aber gründlich, welche Kosten (Vorsorge, Unfall, erbliche Erkrankungen,…) von der Versicherung abgedeckt werden und welcher Kostenrahmen übernommen wird.

Noch einfacher ist es, statt der Versicherungsrate monatlich einen Fixbetrag zur Seite zu legen um im Notfall auf das Ersparte zurückgreifen zu können.

Anhand unseres Beispiels können Sie sehen, dass bereits ein Unfall schnell zu hohen Kosten führen kann. Vor allem aber bei alten Tieren kann es auch zu ernsthafteren Erkrankungen kommen, die viel Diagnostik erfordern oder bei denen das Tier auf eine lebenslange medikamentöse Therapie angewiesen ist. Hier können auch in wenigen Monaten mehrere Tausend Euro zustande kommen. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, schreiben Sie diese gerne in die Kommentare oder kontaktieren Sie uns direkt.

Immer wieder werden Tiere zu uns gebracht, die aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls auf eine zeitnahe Blutspende angewiesen sind. Da wir nicht wie beim Menschen eine klassische Blutbank haben, sind wir auf die Hilfe von spontanen Tierbesitzern angewiesen, die im Notfall mit Ihrem Vierbeiner in unsere Klinik fahren, um überlebenswichtiges Blut zu spenden. In vielen Fällen kann so das Leben der erkrankten bzw. verunfallten Tiere mit Hilfe einer Bluttransfusion gerettet werden.
Bei unserem letzten Aufruf haben sich sehr viele Hundebesitzer gemeldet und unsere Datenbank für Hunde ist voll. An dieser Stelle ein herzliches DANKE an alle Tierbesitzer, die Ihren Vierbeiner als Spender zur Verfügung stellen. Dank der Spender konnte schon einigen Tieren das Leben gerettet werden.

Leider haben sich kaum Katzenbesitzer gemeldet, weshalb wir dringend auf der Suche nach Katzen sind, welche im Notfall mit einer Blutspende Leben retten können.
Die Katzen sollten folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Die Katze…
…muss gesund und fit sein
…muss mindestens 1 und maximal 8 Jahre alt sein
…muss regelmäßig geimpft und entwurmt sein
…muss ein Körpergewicht von mindestens 5 kg bei normalem Ernährungszustand aufweisen
…darf zum Zeitpunkt der Spende keine Medikamente erhalten
…darf selber noch keine Transfusion erhalten haben
…darf keinen Auslandsaufenthalt gehabt haben
…muss einen freundlichen Charakter haben und sich beim Tierarzt gut händeln lassen

Der Tierbesitzer…
…sollte einen möglichst kurzen Anfahrtsweg haben (maximal 1 Stunde)
…sollte auch im Notfall tagsüber telefonisch erreichbar sein

Wenn auch Sie mit Ihrer Katze als Blutspender zur Verfügung stehen möchten, melden Sie sich bitte über unser Onlineformular unter http://www.tierklinik.at/blutspende an. Dort finden Sie auch weitere Information rund um die Blutspende sowie den Ablauf. Wichtig ist, dass nur Tiere angemeldet werden, welche alle angegebenen Voraussetzungen erfüllen. Wir kontaktieren jeden, der sich online anmeldet innerhalb weniger Tage, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Für weitere Informationen können Sie sich gerne auch jederzeit per Mail oder telefonisch während der Ordinationszeiten melden.

Wie jedes Jahr möchten wir auch dieses Jahr wieder auf die Gefahr durch Zecken hinweisen. Wie viele Tierbesitzer bereits merken, wird die Anzahl an Zecken jedes Jahr mehr und durch die meist milden Winter sind die Zecken bereits im Frühjahr aktiv.

Jedes Jahr werden bei uns in der Klinik duzende Hunde vorstellig, die an einer durch Zecken übertragene Krankheit leiden. Beim Hund ist vor allem die Anaplasmose eine häufige durch Zecken ausgelöste Erkrankung. Übertragen werden die Krankheitserreger durch die infizierten Parasiten, welche sich länger als 36 bis 48 Stunden am Tier „festgebissen“ haben. Die erkrankten Hunde zeigen Symptome wie Fieber, Lethargie, Fressunlust bis hin zu orthopädischen- und/oder neurologischen Auffälligkeiten. Bei einer rechtzeitigen Diagnose und einer raschen Behandlung ist die Erkrankung heilbar, kann aber zu bleibenden Schäden oder immer wieder auftretenden Ausbrüchen führen. Manche Tiere versterben aber auch trotz intensiver Behandlung.

Leider wird die Gefahr von Zecken von manchen Tierbesitzern noch immer unterschätzt.

Es gibt Gebiete, in denen Zecken gehäuft vorkommen und Gebiete, in denen kaum Zecken anzutreffen sind. Zudem ist nicht jeder Hund bzw. jede Katze „schmackhaft“ für die Parasiten. Manche Tiere ziehen Zecken „magisch an“, andere wiederum werden kaum von Zecken befallen.

Um Krankheiten durch Zecken vorzubeugen ist ein guter Schutz das A und O.

Der Tiermarkt ist mittlerweile voll von Mitteln auf natürlicher Basis, die Zecken fernhalten sollen. Dabei ist vor allem wichtig, die Inhaltsstoffe genau zu beachten. Viele dieser Produkte enthalten Öle (Teebaumöl,…) oder beispielsweise auch Knoblauch, welche bei falscher Dosierung toxisch sind und zu Nebenwirkungen wie z.B. Leberschäden führen. Wie auch im letzten Jahr schon berichtet, konnte die Wirkung diverser natürlicher Produkte wie Kokosöl, etc. leider nicht nachgewiesen werden.

Wir alle wollen nur das Beste für unsere Vierbeiner. Um unsere Lieblinge zuverlässig vor Krankheiten durch Zecken zu schützen, empfehlen wir deshalb medizinische Präparate, die mehrere Studien durchlaufen bevor sie eine Zulassung erhalten. Diese wissenschaftlich geprüften Präparate wurden in ihrer Wirkung und Unbedenklichkeit geprüft und können individuell auf den Hund angepasst werden.

Dabei stehen verschiedene Produkte wie Halsbänder, Tabletten und Spot-Ons zur Verfügung. Wichtig ist, das Präparat immer der Tierart (Hund oder Katze) sowie dessen Lebensumstände anzupassen. Ein Hund der täglich badet sollte beispielsweise kein Spot-On erhalten, da dies durch das Baden in seiner Wirkung gehemmt wird.

Bei den meisten Veterinärprodukten, die gegen Zecken wirken, werden die Wirkstoffe Imidacloprid, Permethrin, Fluralaner, oder Fipronil verwendet. Diese Wirkstoffe werden (je nach Präparat) über die Haut oder den Darm aufgenommen. Saugt sich eine Zecke fest, nimmt sie diese Wirkstoffe auf und stirbt ab noch bevor sie Krankheitserreger überträgt. Bei Spot-On Präparaten gibt es auch einige, welche repellierend, also abstoßend wirken. Das heißt, dass die Zecken erst gar nicht anbeißen.

Wie auch bei jedem Medikament für uns Menschen, wirkt auch bei Tieren nicht jedes Präparat bei jedem Tier gleich. Während das Spot-On bei Hund Luna super wirkt, erzielt die Tablette bei Hund Balu die beste Wirkung.

Vor allem in den sozialen Medien werden medizinische Präparate sehr kritisch beäugt und teilweise verteufelt. Gerne teilen wir mit Ihnen unser medizinisches Wissen und unsere jahrelange Erfahrung und finden gemeinsam mit Ihnen das passende Produkt für Ihren Liebling.

Da Meerschweinchen sehr stressanfällige und scheue Tiere sind, sollten Besitzer und Tierarzt besondere Kenntnisse über das Normalverhalten dieser Tiere haben. Mit diesem Wissen und mit einfachen Maßnahmen lässt sich Stress deutlich reduzieren, vor allem wenn ein Tierarztbesuch ansteht.


Sozialverhalten
Meerscheinchen sind hochsozial und müssen zwingend mit anderen Meerschweinchen zusammengehalten werden (paarweise oder im Optimalfall in einer Gruppe). Zwischen den einzelnen Tieren kommt es oft zu einer sehr engen Bindung. Dieser „Lieblingspartner“ wird als Bindungsmeerschweinchen bezeichnet und ist für die Tiere in stressigen Situationen eine enorme Stütze. Es reduziert den Stress der Tiere und wird als „social support“ definiert. Daher bitten wir die Besitzer, den Bindungspartner des Meerschweinchens bei einem Tierarztbesuch immer mit zu nehmen. Auch bei einem stationären Aufenthalt ist es von großem Vorteil für das kranke Tier, den Lieblingspartner dabei zu haben.


FellpflegeMeerschweinchen zeigen kein soziales Putzen (wie beispielsweise die Kaninchen). Daher wird das Streicheln, das das Putzen imitiert, von den Meerschweinchen als unangenehm empfunden. Das Heben und Hochdrücken der Schnauze beim Streicheln über den Kopf und Nacken wird oft als Aufforderung zum Weiterstreicheln fehlinterpretiert oder als lustiges Verhalten vorgeführt, ist aber ein deutliches Drohverhalten der Meerschweinchen. Auch, dass diese Tiere beim Streicheln ruhig auf dem Schoß der Besitzer sitzen bleiben, ist nicht Ausdruck des Wohlbefindens, sondern diese Tiere verfallen in eine Art Angststarre („freezing“). Aus diesen Gründen sind die Tiere als Streicheltiere (gerade für Kinder) ungeeignet.

Geruchliche Kommunikation
Meerschweinchen kommunizieren sehr stark über Gerüche. Daher sind die Tiere in einer geruchlich fremden Umgebung sehr schnell gestresst. Hilfreich ist, beim Transport zum Tierarzt immer etwas benutzte Einstreu in die Transportkiste zu legen. Gleichzeitig sollte ein Unterschlupf (z.B. das bekannte Häuschen) angeboten werden, da Meerschweinchen sich auf freien Flächen ungern aufhalten.

Schreckhaftigkeit
Meerschweinchen sind als Beutetiere generell scheue Tiere und schrecken vor allem vor Bewegungen, die von oben kommen zurück. Aus diesem Grund sollte die Transportbox oder der Transportkäfig nicht auf dem Boden im Wartezimmer abgestellt werden. Besser man platziert sie auf dem Schoß und deckt sie zusätzlich noch mit einem Handtuch ab. Dadurch kann der Stress reduziert werden, die Tiere fühlen sich deutlich wohler.


Zusammenfassung
– Sozialkontakte ermöglichen, Bindungspartner bei Transport zum Tierarzt mitnehmen
– Streicheln vermeiden, Kinder aufklären
– Benutzte Einstreu in Transportkiste mitnehmen
– Unterschlupfmöglichkeiten in Transportbox/käfig anbieten
– Transportbox im Wartezimmer der Tierarztpraxis erhöht abstellen
– Handtuch mitnehmen, um Transportbox/käfig abzudecken; kann zusätzlich als rutschfeste Unterlage für den Behandlungstisch verwendet werden

Ostern steht vor der Tür und der Kauf von Kaninchen boomt. Obwohl Impfungen bei Hund und Katze Gang und Gäbe sind, ist vielen Kaninchenbesitzern nicht bewusst, dass auch ihre Vierbeiner Impfungen benötigen. Beim Kaninchen ist vor allem der RHD-Erreger sehr gefürchtet, da dieser (wie auch der Katzenschnupfen) zu den Caliciviren zählt und Kaninchen schwer erkranken lässt.
Vor kurzem kam es zu einem dramatischen Fall: eine Kundin kam zu uns in die Klinik mit einem jungen Kaninchen, welches ganz plötzlich und unerwartet tot im Stall lag. Wenige Stunden später waren auch die anderen zwei Kaninchen verstorben, obwohl am Tag zuvor alle Tiere noch wohlauf waren. Da der Verdacht RHD im Raum stand wurden die Kaninchen in der Pathologie untersucht und die gefürchtete Diagnose RHD wurde bestätigt.


Übertragung
RHD kann zum einen durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Fliegen, Wildkaninchen,…) entstehen aber auch indirekt durch, kontaminiertes Futter (Heu, Gras, Gemüse) oder kontaminierte Gegenstände (Schuhe, Kleidung, Futterschüsseln…). Das Virus überlebt selbst bei tiefen Temperaturen mehrere Monate und kann so unbemerkt übertragen werden. Auch kontaminierte Ställe und Gegenstände können nur schwer gereinigt werden. Fast alle Gegenstände müssen entsorgt oder sorgfältig desinfiziert werden. Auch der Boden stelle eine mögliche Infektionsquelle dar.

Symptome
Das Tückische an diesen Viren ist, dass die Krankheitsanzeichen erst sehr spät auftreten. Werden bei einem Kaninchen Symptome wahrgenommen, ist es in der Regel bereits zu spät und das Kaninchen verstirbt innerhalb weniger Stunden. Typische Symptome sind beispielsweise blutiger Ausfluss aus Nase und anderen Körperöffnungen. Die Inkubationszeit beträgt 1-3 Tage. Erkrankte Tiere verenden in der Regel nach 12-72 Stunden.Der Verdacht von RHD tritt meist auf, wenn Kaninchen am Vortag noch fröhlich im Stall hoppeln und am nächsten morgen nicht mehr leben. Da sich die Tiere innerhalb der Gruppe sehr schnell anstecken, sterben meist alle Kaninchen im Bestand innerhalb kürzester Zeit.

Diagnostik und Therapie
Erkrankte Tiere haben leider fast keine Chancen RHD zu überleben. Beim Auftreten erster Krankheitsanzeichen ist es meist bereits zu spät. Selbst bei einer sofortigen Therapie sind die Überlebenschancen gleich null.

Vorbeugen
Da die Übertragung von RHD auf so vielen Wegen passieren kann und Kaninchen in Außenhaltung besonders gefährdet sind, bietet nur eine Impfung einen zuverlässigen Schutz. Wichtig dabei ist, dass die Kaninchen nicht nur gegen den klassischen RHD Virus, sondern auch gegen den neuen RHD2-Erreger geimpft werden. Vollständig geimpfte Kaninchen erkranken und versterben kaum an der gefürchteten Krankheit. Wir empfehlen die Impfung bei Kaninchen ab einem Alter von 10 Wochen. Nach der Grundimmunisierung wird die Impfung jährlich aufgefrischt und dort gleich mit einem Gesundheitscheck verbunden.


Falls Sie Fragen zur Impfung haben, stehen Ihnen unsere KleinsäugerspezialistInnen gerne zur Verfügung.

Kleine Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sind schon seit langem beliebte Haustiere. Doch auch exotische Kleinsäuger wie beispielsweise Degus, Wüstenspringmäuse oder Chinchillas werden immer beliebter. In unserem heutigen Beitrag möchten wir den Degu etwas genauer beschreiben.

Degus gehören zu der Gattung der sogenannten Strauchratten und kommen ursprünglich aus Chile. Dort leben Sie in großen Familienverbänden von bis zu 12 Tieren in unterirdischen Gängen und Höhlen. Degus sind also sehr sozial und sollten deshalb auch in der Heimhaltung am besten in gleichgeschlechtlichen Gruppen von mindestens drei Tieren gehalten werden. Eine Einzelhaltung ist Degus katastrophal. Die Kleinnager können bei guter Haltung bis zu 12 Jahre alt werden, gelten mit 4 bis 5 Jahren allerdings schon als kleine Senioren.

Degus ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Wurzeln, Samen, Kräutern und Ästen. Diese ausgewogene Ernährung muss auch in der Haltung als Haustier zur Verfügung stehen, da diese für die Gesundheit der kleinen Nager essenziell ist. Neben der Nährstoffgewinnung sind Äste und frische Rohkost vor allem für die stetige Abnützung der Zähne wichtig, da diese ein Leben lang wachsen. Werden Degus falsch ernährt, kann es neben Unterversorgungen vor allem auch zu Zahnproblemen kommen. Werden die Zähne nicht richtig abgenützt, können diese in die Schleimhaut einwachsen, was zu extremen Schmerzen führt. In weiterer Folge können auch Fehlstellungen entstehen, die eine Zahnkorrektur in Sedierung alle paar Wochen nötig machen können.

Obwohl die kleinen Nager recht klein sind, brauchen sie sehr viel Platz. Handelsübliche Gitterkäfige sind demnach nicht geeignet. Degus sind Lauftiere und benötigen viel Beschäftigung. Um ausreichend Platz für verschiedenen Höhlen, Pflanzen, Steine und Buddelmöglichkeiten zu bieten, ist ein Käfig mit einer Grundfläche von 120×50×100 mindestens nötig. Auf dieser Fläche sollten mehrere miteinander verbundene Volletagen vorhanden sein. Da Degus von Natur aus gerne Graben, ist auch das richtige Einstreu essenziell, damit sich die kleinen Tiere wohlfühlen.

Degus sehen außergewöhnlich süß aus, sind aber dennoch keine Kuscheltiere. Degus gehören genauso wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. zu den Tieren, die nicht gerne angefasst werden. Sie sind also eher Beobachtungstiere, können mit ein wenig Training aber auch sehr handzahm werden.

Auf den Fotos sind die Degus von Steffi, unserer tierärztlichen Ordinationsassistentin zu sehen. Die voll verbundenen Käfige bieten ausreichend Platz und jede Menge Versteckmöglichkeiten sowie Beschäftigungsmaterial. Mit ihrem Fachwissen und der vorbildlichen Haltung hat unsere Steffi letztes Jahr sogar den Vorarlberger Tierschutzpreis gewonnen.

Zudem stehen in unserer Klinik gleich mehrere Kleinsäugerspezialisten zur Verfügung, die alle Fragen rund um Degus beantworten können und im Krankheitsfall als Spezialist zur Seite stehen.