Wie jedes Jahr möchten wir auch dieses Jahr wieder auf die Gefahr durch Zecken hinweisen. Wie viele Tierbesitzer bereits merken, wird die Anzahl an Zecken jedes Jahr mehr und durch die meist milden Winter sind die Zecken bereits im Frühjahr aktiv.

Jedes Jahr werden bei uns in der Klinik duzende Hunde vorstellig, die an einer durch Zecken übertragene Krankheit leiden. Beim Hund ist vor allem die Anaplasmose eine häufige durch Zecken ausgelöste Erkrankung. Übertragen werden die Krankheitserreger durch die infizierten Parasiten, welche sich länger als 36 bis 48 Stunden am Tier „festgebissen“ haben. Die erkrankten Hunde zeigen Symptome wie Fieber, Lethargie, Fressunlust bis hin zu orthopädischen- und/oder neurologischen Auffälligkeiten. Bei einer rechtzeitigen Diagnose und einer raschen Behandlung ist die Erkrankung heilbar, kann aber zu bleibenden Schäden oder immer wieder auftretenden Ausbrüchen führen. Manche Tiere versterben aber auch trotz intensiver Behandlung.

Leider wird die Gefahr von Zecken von manchen Tierbesitzern noch immer unterschätzt.

Es gibt Gebiete, in denen Zecken gehäuft vorkommen und Gebiete, in denen kaum Zecken anzutreffen sind. Zudem ist nicht jeder Hund bzw. jede Katze „schmackhaft“ für die Parasiten. Manche Tiere ziehen Zecken „magisch an“, andere wiederum werden kaum von Zecken befallen.

Um Krankheiten durch Zecken vorzubeugen ist ein guter Schutz das A und O.

Der Tiermarkt ist mittlerweile voll von Mitteln auf natürlicher Basis, die Zecken fernhalten sollen. Dabei ist vor allem wichtig, die Inhaltsstoffe genau zu beachten. Viele dieser Produkte enthalten Öle (Teebaumöl,…) oder beispielsweise auch Knoblauch, welche bei falscher Dosierung toxisch sind und zu Nebenwirkungen wie z.B. Leberschäden führen. Wie auch im letzten Jahr schon berichtet, konnte die Wirkung diverser natürlicher Produkte wie Kokosöl, etc. leider nicht nachgewiesen werden.

Wir alle wollen nur das Beste für unsere Vierbeiner. Um unsere Lieblinge zuverlässig vor Krankheiten durch Zecken zu schützen, empfehlen wir deshalb medizinische Präparate, die mehrere Studien durchlaufen bevor sie eine Zulassung erhalten. Diese wissenschaftlich geprüften Präparate wurden in ihrer Wirkung und Unbedenklichkeit geprüft und können individuell auf den Hund angepasst werden.

Dabei stehen verschiedene Produkte wie Halsbänder, Tabletten und Spot-Ons zur Verfügung. Wichtig ist, das Präparat immer der Tierart (Hund oder Katze) sowie dessen Lebensumstände anzupassen. Ein Hund der täglich badet sollte beispielsweise kein Spot-On erhalten, da dies durch das Baden in seiner Wirkung gehemmt wird.

Bei den meisten Veterinärprodukten, die gegen Zecken wirken, werden die Wirkstoffe Imidacloprid, Permethrin, Fluralaner, oder Fipronil verwendet. Diese Wirkstoffe werden (je nach Präparat) über die Haut oder den Darm aufgenommen. Saugt sich eine Zecke fest, nimmt sie diese Wirkstoffe auf und stirbt ab noch bevor sie Krankheitserreger überträgt. Bei Spot-On Präparaten gibt es auch einige, welche repellierend, also abstoßend wirken. Das heißt, dass die Zecken erst gar nicht anbeißen.

Wie auch bei jedem Medikament für uns Menschen, wirkt auch bei Tieren nicht jedes Präparat bei jedem Tier gleich. Während das Spot-On bei Hund Luna super wirkt, erzielt die Tablette bei Hund Balu die beste Wirkung.

Vor allem in den sozialen Medien werden medizinische Präparate sehr kritisch beäugt und teilweise verteufelt. Gerne teilen wir mit Ihnen unser medizinisches Wissen und unsere jahrelange Erfahrung und finden gemeinsam mit Ihnen das passende Produkt für Ihren Liebling.

Da Meerschweinchen sehr stressanfällige und scheue Tiere sind, sollten Besitzer und Tierarzt besondere Kenntnisse über das Normalverhalten dieser Tiere haben. Mit diesem Wissen und mit einfachen Maßnahmen lässt sich Stress deutlich reduzieren, vor allem wenn ein Tierarztbesuch ansteht.


Sozialverhalten
Meerscheinchen sind hochsozial und müssen zwingend mit anderen Meerschweinchen zusammengehalten werden (paarweise oder im Optimalfall in einer Gruppe). Zwischen den einzelnen Tieren kommt es oft zu einer sehr engen Bindung. Dieser „Lieblingspartner“ wird als Bindungsmeerschweinchen bezeichnet und ist für die Tiere in stressigen Situationen eine enorme Stütze. Es reduziert den Stress der Tiere und wird als „social support“ definiert. Daher bitten wir die Besitzer, den Bindungspartner des Meerschweinchens bei einem Tierarztbesuch immer mit zu nehmen. Auch bei einem stationären Aufenthalt ist es von großem Vorteil für das kranke Tier, den Lieblingspartner dabei zu haben.


FellpflegeMeerschweinchen zeigen kein soziales Putzen (wie beispielsweise die Kaninchen). Daher wird das Streicheln, das das Putzen imitiert, von den Meerschweinchen als unangenehm empfunden. Das Heben und Hochdrücken der Schnauze beim Streicheln über den Kopf und Nacken wird oft als Aufforderung zum Weiterstreicheln fehlinterpretiert oder als lustiges Verhalten vorgeführt, ist aber ein deutliches Drohverhalten der Meerschweinchen. Auch, dass diese Tiere beim Streicheln ruhig auf dem Schoß der Besitzer sitzen bleiben, ist nicht Ausdruck des Wohlbefindens, sondern diese Tiere verfallen in eine Art Angststarre („freezing“). Aus diesen Gründen sind die Tiere als Streicheltiere (gerade für Kinder) ungeeignet.

Geruchliche Kommunikation
Meerschweinchen kommunizieren sehr stark über Gerüche. Daher sind die Tiere in einer geruchlich fremden Umgebung sehr schnell gestresst. Hilfreich ist, beim Transport zum Tierarzt immer etwas benutzte Einstreu in die Transportkiste zu legen. Gleichzeitig sollte ein Unterschlupf (z.B. das bekannte Häuschen) angeboten werden, da Meerschweinchen sich auf freien Flächen ungern aufhalten.

Schreckhaftigkeit
Meerschweinchen sind als Beutetiere generell scheue Tiere und schrecken vor allem vor Bewegungen, die von oben kommen zurück. Aus diesem Grund sollte die Transportbox oder der Transportkäfig nicht auf dem Boden im Wartezimmer abgestellt werden. Besser man platziert sie auf dem Schoß und deckt sie zusätzlich noch mit einem Handtuch ab. Dadurch kann der Stress reduziert werden, die Tiere fühlen sich deutlich wohler.


Zusammenfassung
– Sozialkontakte ermöglichen, Bindungspartner bei Transport zum Tierarzt mitnehmen
– Streicheln vermeiden, Kinder aufklären
– Benutzte Einstreu in Transportkiste mitnehmen
– Unterschlupfmöglichkeiten in Transportbox/käfig anbieten
– Transportbox im Wartezimmer der Tierarztpraxis erhöht abstellen
– Handtuch mitnehmen, um Transportbox/käfig abzudecken; kann zusätzlich als rutschfeste Unterlage für den Behandlungstisch verwendet werden

Ostern steht vor der Tür und der Kauf von Kaninchen boomt. Obwohl Impfungen bei Hund und Katze Gang und Gäbe sind, ist vielen Kaninchenbesitzern nicht bewusst, dass auch ihre Vierbeiner Impfungen benötigen. Beim Kaninchen ist vor allem der RHD-Erreger sehr gefürchtet, da dieser (wie auch der Katzenschnupfen) zu den Caliciviren zählt und Kaninchen schwer erkranken lässt.
Vor kurzem kam es zu einem dramatischen Fall: eine Kundin kam zu uns in die Klinik mit einem jungen Kaninchen, welches ganz plötzlich und unerwartet tot im Stall lag. Wenige Stunden später waren auch die anderen zwei Kaninchen verstorben, obwohl am Tag zuvor alle Tiere noch wohlauf waren. Da der Verdacht RHD im Raum stand wurden die Kaninchen in der Pathologie untersucht und die gefürchtete Diagnose RHD wurde bestätigt.


Übertragung
RHD kann zum einen durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Fliegen, Wildkaninchen,…) entstehen aber auch indirekt durch, kontaminiertes Futter (Heu, Gras, Gemüse) oder kontaminierte Gegenstände (Schuhe, Kleidung, Futterschüsseln…). Das Virus überlebt selbst bei tiefen Temperaturen mehrere Monate und kann so unbemerkt übertragen werden. Auch kontaminierte Ställe und Gegenstände können nur schwer gereinigt werden. Fast alle Gegenstände müssen entsorgt oder sorgfältig desinfiziert werden. Auch der Boden stelle eine mögliche Infektionsquelle dar.

Symptome
Das Tückische an diesen Viren ist, dass die Krankheitsanzeichen erst sehr spät auftreten. Werden bei einem Kaninchen Symptome wahrgenommen, ist es in der Regel bereits zu spät und das Kaninchen verstirbt innerhalb weniger Stunden. Typische Symptome sind beispielsweise blutiger Ausfluss aus Nase und anderen Körperöffnungen. Die Inkubationszeit beträgt 1-3 Tage. Erkrankte Tiere verenden in der Regel nach 12-72 Stunden.Der Verdacht von RHD tritt meist auf, wenn Kaninchen am Vortag noch fröhlich im Stall hoppeln und am nächsten morgen nicht mehr leben. Da sich die Tiere innerhalb der Gruppe sehr schnell anstecken, sterben meist alle Kaninchen im Bestand innerhalb kürzester Zeit.

Diagnostik und Therapie
Erkrankte Tiere haben leider fast keine Chancen RHD zu überleben. Beim Auftreten erster Krankheitsanzeichen ist es meist bereits zu spät. Selbst bei einer sofortigen Therapie sind die Überlebenschancen gleich null.

Vorbeugen
Da die Übertragung von RHD auf so vielen Wegen passieren kann und Kaninchen in Außenhaltung besonders gefährdet sind, bietet nur eine Impfung einen zuverlässigen Schutz. Wichtig dabei ist, dass die Kaninchen nicht nur gegen den klassischen RHD Virus, sondern auch gegen den neuen RHD2-Erreger geimpft werden. Vollständig geimpfte Kaninchen erkranken und versterben kaum an der gefürchteten Krankheit. Wir empfehlen die Impfung bei Kaninchen ab einem Alter von 10 Wochen. Nach der Grundimmunisierung wird die Impfung jährlich aufgefrischt und dort gleich mit einem Gesundheitscheck verbunden.


Falls Sie Fragen zur Impfung haben, stehen Ihnen unsere KleinsäugerspezialistInnen gerne zur Verfügung.

Kleine Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sind schon seit langem beliebte Haustiere. Doch auch exotische Kleinsäuger wie beispielsweise Degus, Wüstenspringmäuse oder Chinchillas werden immer beliebter. In unserem heutigen Beitrag möchten wir den Degu etwas genauer beschreiben.

Degus gehören zu der Gattung der sogenannten Strauchratten und kommen ursprünglich aus Chile. Dort leben Sie in großen Familienverbänden von bis zu 12 Tieren in unterirdischen Gängen und Höhlen. Degus sind also sehr sozial und sollten deshalb auch in der Heimhaltung am besten in gleichgeschlechtlichen Gruppen von mindestens drei Tieren gehalten werden. Eine Einzelhaltung ist Degus katastrophal. Die Kleinnager können bei guter Haltung bis zu 12 Jahre alt werden, gelten mit 4 bis 5 Jahren allerdings schon als kleine Senioren.

Degus ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Wurzeln, Samen, Kräutern und Ästen. Diese ausgewogene Ernährung muss auch in der Haltung als Haustier zur Verfügung stehen, da diese für die Gesundheit der kleinen Nager essenziell ist. Neben der Nährstoffgewinnung sind Äste und frische Rohkost vor allem für die stetige Abnützung der Zähne wichtig, da diese ein Leben lang wachsen. Werden Degus falsch ernährt, kann es neben Unterversorgungen vor allem auch zu Zahnproblemen kommen. Werden die Zähne nicht richtig abgenützt, können diese in die Schleimhaut einwachsen, was zu extremen Schmerzen führt. In weiterer Folge können auch Fehlstellungen entstehen, die eine Zahnkorrektur in Sedierung alle paar Wochen nötig machen können.

Obwohl die kleinen Nager recht klein sind, brauchen sie sehr viel Platz. Handelsübliche Gitterkäfige sind demnach nicht geeignet. Degus sind Lauftiere und benötigen viel Beschäftigung. Um ausreichend Platz für verschiedenen Höhlen, Pflanzen, Steine und Buddelmöglichkeiten zu bieten, ist ein Käfig mit einer Grundfläche von 120×50×100 mindestens nötig. Auf dieser Fläche sollten mehrere miteinander verbundene Volletagen vorhanden sein. Da Degus von Natur aus gerne Graben, ist auch das richtige Einstreu essenziell, damit sich die kleinen Tiere wohlfühlen.

Degus sehen außergewöhnlich süß aus, sind aber dennoch keine Kuscheltiere. Degus gehören genauso wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. zu den Tieren, die nicht gerne angefasst werden. Sie sind also eher Beobachtungstiere, können mit ein wenig Training aber auch sehr handzahm werden.

Auf den Fotos sind die Degus von Steffi, unserer tierärztlichen Ordinationsassistentin zu sehen. Die voll verbundenen Käfige bieten ausreichend Platz und jede Menge Versteckmöglichkeiten sowie Beschäftigungsmaterial. Mit ihrem Fachwissen und der vorbildlichen Haltung hat unsere Steffi letztes Jahr sogar den Vorarlberger Tierschutzpreis gewonnen.

Zudem stehen in unserer Klinik gleich mehrere Kleinsäugerspezialisten zur Verfügung, die alle Fragen rund um Degus beantworten können und im Krankheitsfall als Spezialist zur Seite stehen.

Beim geriatrischen Vestibularsyndrom handelt es sich um eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans, dem sogenannten Vestibularapparats.

Es wird vermutet, dass eine Störung des Lymphflusses im Innenohr oder ein immunologisches Geschehen mögliche Auslöser sind. Vor allem alte Hunde sind vom geriatrischen Vestibularsyndrom betroffen, in sehr seltenen Fällen auch junge Hunde.

Da die Symptome beim VS ganz plötzlich und vor allem sehr intensiv auftreten, werden die meisten Patienten als Notfall vorgestellt. Betroffene Tiere zeigen immer Koordinationsstörungen wie Taumeln, ein seitenbetonter Gang (Hund geht/fällt immer in die gleiche Richtung) oder sogar eine Verlust der Stehfähigkeit. Zudem tritt bei fast allen Hunden eine Kopfschiefhaltung sowie ein pathologischer Nystagmus (rotatorische oder horziontale, schnelle Augenbewegung) auf. Durch die Gleichgewichtsstörungen leiden die betroffenen Tiere an starker Übelkeit, die häufig auch zum Erbrechen führt.

Durch eine gründliche neurologische Untersuchung und Anhand einiger Parameter (Alter des Hundes, auftreten der Symptome,…) kann das geriatrische Vestibularsyndrom relativ schnell vom Tierarzt diagnostiziert werden. Auch wenn erkrankte Hunde nicht unter Schmerzen leiden, ist das VS äußerst unangenehm für den Hund. Die starken Koordinationsstörungen führen oft zu Stresszuständen und aufgrund der Übelkeit können und wollen viele Hunde nicht fressen. Außerdem ist das Handling vor allem bei schweren Hunden, die nicht selbst laufen oder Treppens teigen können, für den besitzer sehr schwierig.

Da bisher keine pathologischen Veränderungen im Bereich des Gleichgewichtsorgans gefunden wurden, wird das geriartrische VS auch als idiopathisches VS bezeichnet und es wird eine unterstützende Therapie begonnen. Um die Flüssigkeits- und Elektrolytversorgung zu gewährleisten, die Durchblutung des Gleichgewichtsorgans zu verbessern und den Kreislauf zu stabilisieren, wird eine Infusionstherapie empfohlen. Dies ist besonders dann sehr wichtig, wenn die Hunde nicht fressen, oder häufiger erbrechen. Zudem werden je nach Schwere der Erkrankung Medikamente zur Förderung der Durchblutung oder zur Minderung der Übelkeit eingesetzt. Bei schweren Fällen, z.B. bei Hunden die nicht mehr stehfähig sind, ist oft eine stationäre Behandlung nötig, da die erkrankten Hunde nicht Gassi geführt werden können und Harn und Kot deshalb unter sich verlieren. Aufgrund des Schwindels müssen einige Patienten von Hand zugefüttert werden.

Auch wenn der Anblick eines Hundes mit VS erschreckend ist, stehen die Heilungschancen sehr gut. In der Regel verbessert sich der Zustand erkrankter Hunde innerhalb der ersten 72 Stunden. Eine vollständige Heilung tritt dann nach ca. 2 bis 3 Wochen auf. Bei manchen Hunden kann eine leichte Kopfschiefhaltung zurückbleiben.

Seltener sind Fälle, in denen sich der Zustand der Hunde innerhalb der ersten 72 Stunden nicht verbessert und die Prognose dementsprechend schlecht ist.

Vor kurzem wurde uns Maddox, ein 15 Jahre alter Hund mit oben beschriebenen Symptomen vorgestellt. Innerhalb einer Stunde war der Rüde nicht mehr geh- und stehfähig. Nach einigen Tagen stationärer Versorgung mit Infusion, Medikamenten und Zufütterung konnte Madoxx wieder in die häusliche Pflege entlassen werden.

Heute möchten wir Marley vorstellen. Marley ist ein ca. 6 Jahre alter Rüde, der ursprünglich aus Rumänien kommt. Von dort wurde er vermittelt und hat im schönen Tirol seinen Lebensplatz gefunden. Nach einigen Wochen im neuen Zuhause bemerkte die Besitzerin, dass Marley immer wieder leichten, blutigen Ausfluss aus dem Penis hat. Nach einem Besuch bei der Haustierärztin wurde Marley zur weiteren Abklärung zu uns überwiesen. Unsere Onkologin fand schnell die Ursache für Marleys Symptome: Ein Sticker Sarkom.

Das Sticker Sarkom ist ein Tumor der äußeren Geschlechtsorgane bei Hündinnen und Rüden, der vor allem bei Hunden in südlichen Ländern auftritt. Durch den Import von Auslandshunden ist diese Tumorart jedoch auch bei uns immer häufiger anzutreffen. Die ersten, auffälligen Symptome sind meist blutiger und/oder eitrig Ausfluss aus Penis oder Vulva. Dieser entsteht dadurch, dass sich rötliche, blumenkohlartige Wucherungen an den Genitalschleimhäuten bilden, welche meist nässen. In seltenen Fällen können sich diese Wucherungen auch in der Nase, im Maul oder anderen Organen bilden.

Das Besondere an dieser Erkrankung ist, dass der Tumor von Hund zu Hund übertragbar ist. Deshalb wurde lange Zeit vermutet, dass es sich nicht um ein tumoröses Geschehen, sondern um eine Virusinfektion handelt. Metastasen sind bei dieser Tumorart eher selten und treten nur bei ca. 10% der betroffenen Hunde auf.

Übertragen wird das Sticker Sarkom durch den Deckakt, aber auch durch Belecken oder Schnüffeln an den befallenen Stellen können Tumorzellen auf einen anderen Hund übergehen.Um die Diagnose zu sichern, wird in einer kurzen Sedierung eine Probe der Wucherung genommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei manchen Hunden kann die Probe auch ohne Sedierung entnommen werden.

Therapiert wird das Sticker Sarkom immer mit einer Chemotherapie, da eine chirurgische Entfernung meist nicht zum gewünschten Erfolg führt und die Wucherungen meist bereits nach kurzer Zeit wieder auftreten. Wird das Sticker Sarkom frühzeitig erkannt, ist die Chance auf eine vollständige Heilung sehr hoch.

Auf den Bildern ist das Sticker Sarkom von Marley zu erkennen. Bild 1 zeigt das Sarkom bei der ersten Untersuchung in unserer Klinik. Bild 2 wurde nach der ersten Chemotherapie aufgenommen. Hier ist bereits ein großer Unterschied zu erkennen. Jetzt, knapp 4 Monate nach Therapiestart sind die Wucherungen bereits vollständig verschwunden und Marley freut sich bester Gesundheit. Wir wünschen Marley und seinem Frauchen nur das Beste für die Zukunft!

Wir wünschen allen Zwei- und Vierbeinern von ganzem Herzen ein zauberhaftes Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten und mit viel Zeit zum Genießen.

Wir sind natürlich auch über Weihnachten für Sie da und für lebensbedrohliche Notfälle jederzeit erreichbar. Bei einem Notfall bitten wir Sie, uns immer vorab telefonisch zu kontaktieren.

Ein kurzer unbeobachteter Moment und der Hund klaut ein Stückchen Kuchen vom Tisch oder schmatzt gemütlich an einem Weihnachtskeks. Vielleicht meint man es aber auch nur gut und möchte den Vierbeiner mit einem besonderen Leckerchen etwas Gutes tun. Egal wie es dazu kommt: Lebensmittelvergiftungen bei Hund und Katze treten relativ häufig auf und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Schokolade – der häufigste Übeltäter
Nicht die Schokolade an sich, sondern der darin enthaltene Kakao ist für Hund und Katze gefährlich. Das in Kakao enthaltene Methylxanthin, Koffein und Theobromin kann von Hund und Katze nur schlecht abgebaut werden und führt in Folge zur Vergiftung. Dunkle Schokolade ist demnach weitaus gefährlicher als Milchschokolade. Deshalb ist die Schwere der Vergiftung nicht nur abhängig von der aufgenommen Menge, sondern auch vom Kakaogehalt der Schokolade und dem Körpergewicht des Tieres. Ein Beispiel: Für einen 10 kg schweren Hund kann die Aufnahme von einer halbe Tafel dunkler Schokolade bereits zum Tod führen.

Die Symptome bei einer Schokoladenvergiftung reichen von Unruhe, Kreislaufproblemen, Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden bis hin zu Krampfanfall. In schweren Fällen tritt der Tod innerhalb von 12 Stunden nach der Aufnahme ein.

Rosinen / Weintrauben – das kaum bekannte Risiko
Seit langem ist bekannt, dass Vergiftungen nach einer Aufnahme von Weintrauben bzw. Rosinen auftreten. Noch immer ist aber nicht genau geklärt, welcher darin enthaltene Stoff für unsere Vierbeiner giftig ist. Es gibt Hunde, die selbst nach einer großen Menge von Trauben keinerlei Symptome zeigen. Für andere Hunde wiederum kann bereits die Aufnahme von kleinen Mengen lebensbedrohlich sein. Auch für Katzen kann nach dem Fressen von Trauben/Rosinen eine Vergiftung auftreten. Da noch nicht klar ist, ob die unterschiedliche Toleranzen von der Art der Trauben, der Verstoffwechslung der Hunde oder ähnlichem abhängt, kann auch keine Schwellenwert angegeben werden, ab welcher Menge Vergiftungssymptome auftreten. Was jedoch bereits bewiesen wurde ist, dass Rosinen wesentlich toxischer sind als Weintrauben und geringere Mengen bereits schwere Folgen auslösen können.

Die Symptome bei einer Trauben-/Rosinenvergiftung reichen von vermehrtem Speichelfluss, über Durchfall, Lethargie, bis zu Krämpfen, taumelndem Gang und schlussendlich zum akuten Nierenversagen.

Nüsse – die Macadamia
Bei Macadamianüssen gilt das selbe wie bei Weintrauben: Noch ist nicht klar, welcher Inhaltsstoff für unsere Vierbeiner toxisch ist. Auch hier sind je nach der Menge der Aufnahme und dem Gewicht des Tieres unterschiedlich starke Auswirkungen möglich. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass eine Nuss auf ca. 1kg Körpergewicht bereits Vergiftungserscheinungen hervorruft.

Diese können sein: Lahmheit, reduzierte Stehfähigkeit, Speicheln, Fieber, gestörte bzw. veränderte Bewegungsabläufe.

Zwiebeln – der Dauerbrenner
Vor allem bei Katzen werden nach einer Aufnahme von Zwiebeln schwere Symptome beschrieben. Toxisch sind dabei nicht nur klassische Zwiebeln, sondern auch Knoblauch, Laucharten sowie Bärlauch und Frühlingszwiebeln. Diese bewirken im Körper eine Sauerstoffunterversorgung von Körperzellen. Blutzellen werden zerstört und und es kommt dann zu einer sogenannten Anämie (einer Blutarmut).

Problematisch sind hierbei auch diverse Knoblauchprodukte für Hunde, die gegen Parasiten und/oder Würmer helfen sollen. Diese haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, obwohl deren Wirkung nicht bestätigt werden konnte. Auch die Verabreichung von rohem Knoblauch wird vor allem in den sozialen Medien empfohlen, wovon aber dringend abzuraten ist. Auch wiederholte Gaben von kleinen Mengen kann zu einer Blutarmut führen, die für den Tierbesitzer aber nicht erkennbar ist. Zwiebelgewächse sind für Hunde bereits ab einer Menge von 5g pro KG Körpergewicht toxisch.

Auch hier gibt es viele unterschiedliche Symptome, die teilweise aber erst einige Tage nach der Aufnahme auftreten können: Erbrechen, Durchfall, blasse Schleimhäute, Lethargie, Herzrasen.

Xylit – die gefährliche Süße
Bei Xylit handelt es sich um einen sogenannten Zuckerersatzstoff der in immer mehr Light-Produkten, aber auch in Zahnpasten und Kaugummis enthalten ist. Bekannt ist das Süßungsmittel auch als Birkenzucker oder Pentanpentol. Das Problem bei diesem Produkt ist, dass bereits kleine Mengen in kurzer Zeit zum Tod des Hundes führen können. Bei der Aufnahme von Xylit wird eine große Menge Insulin ausgeschüttet die zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung führt. Eine Dosis von 0,1g Xylit pro Kilogramm Körpergewicht führt bereits zu Vergiftungssymptomen. Für einen mittelgroßen Hund kann der Genuss eines Stücks Kuchen mit Birkenzucker also bereits tödlich enden. Das Problem an Xylit ist, dass die Zeitspanne von der Aufnahme bis zum Tod des Hundes nur sehr kurz ist. Hat das Tier das Produkt aufgenommen, muss sofort gehandelt werden.

Die Symptome bei dieser Vergiftung sind Lethargie, Schwäche, Bewegungsstörungen, Krämpfe und schlussendlich der Tod.

Weitere Gefahrenquellen
Neben den oben angeführten Lebensmitteln gibt es natürlich noch weitere Gefahrenquellen, welche toxisch für unsere Vierbeiner sind. Dazu zählt beispielsweise Alkohol, Avocados, Schneckenkorn sowie mehrere Pflanzenarten wie beispielsweise der Weihnachtsstern.

Haben Hund oder Katze toxische Substanzen aufgenommen gilt immer eines: So rasch wie möglich ab zum Tierarzt! Kommt das Tier innerhalb von ca. zwei Stunden nach der Aufnahme bei uns an, kann es zum Erbrechen gebracht werden. So kann zumindest ein Großteil der giftigen Substanz ausgeschieden werden. Sind bereits Vergiftungssymptome vorhanden, hilft meist nur noch eine symptomatische Therapie um das Leben des Tieres zu retten.

Hat der Vierbeiner beispielsweise Schokolade gefressen oder von einer xylithaltigen Marmelade genascht, bringen Sie wenn möglich auch immer die Verpackung mit in die Tierklinik. So hat der Tierarzt die Möglichkeit, die aufgenommene Menge zu berechnen und eine passende Therapie einzuleiten.

Es ist gerade einmal Ende November und schon höchste Zeit, sich mit Silvester zu beschäftigen. Während die einen Tiere an Silvester völlig entspannt sind, leiden die anderen unter der lauten Knallerei. Dies äußert sich in Unruhe, Angst und im schlimmsten Fall in völliger Panik. Jedes Jahr um und nach Silvester steigt die Anzahl an Vermisstenmeldungen von entlaufenen Hunden an, die in Panik verfallen und weglaufen.Die meisten Tierbesitzer denken, dass es ausreichend ist, sich kurz vor Silvester eine sogenannte „Beruhigungstablette“ abzuholen. Richtig ist jedoch, sich bereits jetzt Gedanken über Silvester zu machen, um gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen zu können.

Je nachdem, wie stark die Angst des Vierbeiners ausgeprägt ist, können unterschiedliche Präparate zur Beruhigung angewendet werden. Neben einigen pflanzlichen Mitteln und Pheromonen gibt es auch unterschiedliche angstlösende Medikamente, welche den Jahreswechsel für den Vierbeiner stressfreier machen. In einem persönlichen Gespräch mit dem Tierbesitzer wird bei uns je nach Alter, Gesundheitszustand und Angstlevel des Vierbeiners das passende Präparat ausgewählt. Ist der Stresslevel des Tieres so groß, dass ein angstlösendes Medikament zum Einsatz kommt, wird die Dosierung und Anwendung immer in einem Beratungsgespräch mit dem Tierarzt besprochen.

Bei einigen Präparaten ist es wichtig, dass mit der Gabe bereits einige Wochen vor Silvester begonnen wird, um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen. Deshalb ist es jetzt bereits höchste Zeit, einen Termin zu vereinbaren und gemeinsam mit dem Tierarzt das ideale Präparat für unsere tierischen Lieblinge zu finden.

Uns ist bewusst, dass vor allem auf Social Media auch viele Hausmittel empfohlen werden. Wir raten dringend davon ab, Tieren alkoholische Getränke, hohe Dosen CBD oder Ähnliches zu verabreichen. Vor allem der unter Hundehaltern beliebte Tipp mit Eierlikör ist zu hinterfragen. Alkohol ist für Hunde schädlich und kann in einer zu großen Menge bereits zu einer akuten Vergiftung führen. Zudem wird dieses „Hausmittelchen“ auch zu keiner relevanten Entspannung führen. Wir raten dringend von solchen Tipps ab, da es zu diesen keinerlei fundierte, wissenschaftliche Dosierungsangaben gibt und die Menge der Gabe meist vom Tierbesitzer selbst geschätzt wird. So kann der Schuss auch nach hinten losgehen: Wir wünschen uns für die Tiere ein möglichst stressfreies Silvester und keinen Aufenthalt in der Klinik.

Wie geht es Ihrem Vierbeiner an Silvester? Sehr entspannt oder doch gestresst?