Kleine Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. sind schon seit langem beliebte Haustiere. Doch auch exotische Kleinsäuger wie beispielsweise Degus, Wüstenspringmäuse oder Chinchillas werden immer beliebter. In unserem heutigen Beitrag möchten wir den Degu etwas genauer beschreiben.

Degus gehören zu der Gattung der sogenannten Strauchratten und kommen ursprünglich aus Chile. Dort leben Sie in großen Familienverbänden von bis zu 12 Tieren in unterirdischen Gängen und Höhlen. Degus sind also sehr sozial und sollten deshalb auch in der Heimhaltung am besten in gleichgeschlechtlichen Gruppen von mindestens drei Tieren gehalten werden. Eine Einzelhaltung ist Degus katastrophal. Die Kleinnager können bei guter Haltung bis zu 12 Jahre alt werden, gelten mit 4 bis 5 Jahren allerdings schon als kleine Senioren.

Degus ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Wurzeln, Samen, Kräutern und Ästen. Diese ausgewogene Ernährung muss auch in der Haltung als Haustier zur Verfügung stehen, da diese für die Gesundheit der kleinen Nager essenziell ist. Neben der Nährstoffgewinnung sind Äste und frische Rohkost vor allem für die stetige Abnützung der Zähne wichtig, da diese ein Leben lang wachsen. Werden Degus falsch ernährt, kann es neben Unterversorgungen vor allem auch zu Zahnproblemen kommen. Werden die Zähne nicht richtig abgenützt, können diese in die Schleimhaut einwachsen, was zu extremen Schmerzen führt. In weiterer Folge können auch Fehlstellungen entstehen, die eine Zahnkorrektur in Sedierung alle paar Wochen nötig machen können.

Obwohl die kleinen Nager recht klein sind, brauchen sie sehr viel Platz. Handelsübliche Gitterkäfige sind demnach nicht geeignet. Degus sind Lauftiere und benötigen viel Beschäftigung. Um ausreichend Platz für verschiedenen Höhlen, Pflanzen, Steine und Buddelmöglichkeiten zu bieten, ist ein Käfig mit einer Grundfläche von 120×50×100 mindestens nötig. Auf dieser Fläche sollten mehrere miteinander verbundene Volletagen vorhanden sein. Da Degus von Natur aus gerne Graben, ist auch das richtige Einstreu essenziell, damit sich die kleinen Tiere wohlfühlen.

Degus sehen außergewöhnlich süß aus, sind aber dennoch keine Kuscheltiere. Degus gehören genauso wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. zu den Tieren, die nicht gerne angefasst werden. Sie sind also eher Beobachtungstiere, können mit ein wenig Training aber auch sehr handzahm werden.

Auf den Fotos sind die Degus von Steffi, unserer tierärztlichen Ordinationsassistentin zu sehen. Die voll verbundenen Käfige bieten ausreichend Platz und jede Menge Versteckmöglichkeiten sowie Beschäftigungsmaterial. Mit ihrem Fachwissen und der vorbildlichen Haltung hat unsere Steffi letztes Jahr sogar den Vorarlberger Tierschutzpreis gewonnen.

Zudem stehen in unserer Klinik gleich mehrere Kleinsäugerspezialisten zur Verfügung, die alle Fragen rund um Degus beantworten können und im Krankheitsfall als Spezialist zur Seite stehen.