Parasiten bei Haustieren sind leider keine Seltenheit. Oft werden Vierbeiner in unserer Klinik vorstellig die von Parasiten befallen sind und an Haarausfall, Juckreiz oder offenen Stellen leiden. Bei Hund und Katze sind es meist Flöhe oder Milben welche ihnen zu schaffen machen.
Viele Patientenbesitzer sind erstaunt, wenn wir ihnen mitteilen, dass das eigene Tier einen Flohbefall hat. In der Regel schließen Tierbesitzer einen Befall mit Flöhen aus, wenn sie keine Krabbeltiere auf Ihrem Haustier entdecken konnten. Knapp 95% der Flöhe leben nicht auf unserem Haustier, sondern in der Umgebung – sprich in unserem Zuhause, weshalb die lästigen Plagegeister oft auf unserem Haustier nicht sichtbar sind. Die Flöhe leben überwiegend in Polstermöbeln wie Decken, Teppichen, Sofas, Betten,…

Ein geschlüpfter Floh ist innerhalb eines Tages geschlechtsreif und legt dann täglich zwischen 25 und 50 Eier auf dem Haustier ab. Von dort aus fallen die Eier zu Boden und verteilen sich im Haushalt. Aus diesen Eiern entwickelt sich nach einem bis sechs Tagen eine Larve. Diese Larve lebt meist in Teppichen, Möbel, Fußleisten oder anderen warmen Orten. Dort entwickelt sie sich in kurzer Zeit zu einer Puppe, aus welcher sich nach ca. 8 Tagen der fertig entwickelte Floh befreit. Ist der Floh geschlüpft, wartet er auf seinen Wirt (in diesem Fall das Haustier) auf welchen er durch Körperwärme, Bewegung und ausgeatmetes Kohlendioxyd angezogen wird.
Hat der Floh einen Wirt gefunden, beginnt er sofort Blut zu saugen und sorgt mit seinem ausgeschiedenen Kot für Nahrung für die nächsten Larven.
Es reicht also nicht, ein von Flöhen befallenes Haustier zu behandeln, sondern es muss der gesamte Haushalt gründlich gereinigt werden. Nur so kann ein Flohbefall optimal und erfolgreich bekämpft werden.

Wichtig bei einem Flohbefall ist zudem, das befallene Tier zu entwurmen, da Flöhe auch Bandwürmer übertragen.

FLOHSPEICHELALLERGIE
Die Flohspeichelallergie ist eine allergische Hautreaktion, die durch den Speichel der Flöhe ausgelöst wird. Sie ist gekennzeichnet durch einen hochgradigen Juckreiz, der dann zu schweren Hautveränderungen führen kann.
Bei Hunden ist eine Flohspeichelallergie äußert sich durch einen starken Juckreiz hauptsächlich im Rückenbereich, sowie in der Leisten- und Schwanzgegend. Anfangs sind meist nur kleine rote Knötchen auf der Haut zu erkennen. Durch das Kratzen, Benagen und Belecken entwickeln sich dann Krusten und entzündete Hautareale. Zusätzlich kann es zu einer bakteriellen Infektion der Haut und/oder eine Überwucherung mit Hefepilzen kommen. Bei länger bestehender Flohspeichelallergie treten dunkle Verfärbungen und Verdickungen der Haut, sowie haarlose Stellen auf.
Bei Katzen ist bei dieser Form der Allergie hauptsächlich die Gegend um die Schwanzwurzel und der Rückenbereich betroffen. Oft sehen wir aber auch Hautveränderungen am Bauch und am Hals. Die Hautveränderungen entsprechen denen des Hundes, wobei auch das Gesicht betroffen sein kann. Haarausfall, Krusten und Hautrötungen sind dabei vorherrschend. Auch leiden diese Patienten unter sehr starkem Juckreiz.

Wichtig zu wissen: Ein einziger Flohbiss kann bei einem allergischen Tier einen Juckreiz für bis zu 4 Wochen auslösen!