Fremdkörper sind beim Hund keine Seltenheit. Viele Hunde fressen draußen in unbeobachteten Momente gerne einmal etwas zusammen oder bedienen sich sogar Zuhause an den einen oder anderen Gegenständen, die absolut nicht für Hunde geeignet sind. Bei Katzen sind Fremdkörper ebenfalls anzutreffen. Allerdings fressen Katzen im Gegensatz zu Hunden weitaus weniger oft große Gegenstände.

Es ist überraschend, was in manchen Tieren zu finden ist: Maiskolben, Nadeln, Socken, Plastikteile, Weihnachtskugeln, Kinderspielzeug, Haargummis, Glühbirnen, Steine,… sind nur einige Beispiele. Je nachdem, aus welchem Material der Fremdkörper besteht, kann dieser auf einem Röntgenbild sichtbar sein. Wir zeigen hier einige Beispiele von Fremdkörpern, welche auf dem Röntgenbild gut erkennbar sind.

Heute beschreiben wir die drei Fremdkörper, die bei Katzen am Häufigsten auftreten:

Grashalme
Was erstmals ziemlich unbedenklich klingt, kann für die Katze zu einer wahren Tortour werden. Grashalme zählen zu den häufigsten Fremdkörpern bei der Katze. Durch das Gras fressen und anschließende Erbrechen können einzelne Grashalme in die oberen Atemwege gelangen und sich dort festsetzen. In der Regel haften diese Halme dann im Nasenrachen, können aber bis in die Nasenhöhle vordringen. Die betroffenen Tiere zeigen schnupfenähnliche Symptome wie z.B: vermehrtes Niesen oder einseitiger Nasenausfluss, Würgen oder ein verändertes Schlucken. Auch Heiserkeit bzw. Stimmverlust sind mögliche Anzeichen. Durch den ständigen Reiz im Nasen-Rachenraum versuchen die Katzen durch Niesen und Würgen den Fremdkörper los zu werden, was in der Regel aber nicht gelingt. Um den Fremdkörper zu entfernen, erhalten die Katzen eine Sedierung in der nach einem feststeckenden Grashalm gesucht wird. Ist dieser in der Maulhöhle nicht sichtbar, wird eine sogenannte Rhinoskopie durchgeführt, bei der der Nasen-Rachenraum mit einer kleinen Kamera untersucht wird. Der Grashalm wird dann mit einer Klemme vorsichtig entfernt.

Haargummis
Haargummis oder andere Gummibänder stehen bei Katzen ganz hoch im Kurs. Die kleinen Gummis lassen sich prima schieben, werfen und daran ziehen. Leider kommt es auch häufiger vor, dass solche Gummis dann verschluckt werden. Je nach Größe und Anzahl der verschluckten Teile ist es möglich, dass diese von der Katze wieder ausgeschieden werden. Es kann aber auch vorkommen, dass die Fremdkörper im Magen verbleiben und gar einen Darmverschluss verursachen. Die Symptome sind sehr unspezifisch und reichen von Appetitlosigkeit und Durchfall über Erbrechen bis hin zu Schlappheit. Die Behandlung richtet sich nach der Lage der Haargummis und der aufgenommenen Menge. Manche Fremdkörper können in einer Sedierung endoskopisch entfernt werden, andere wiederum nur mit einer Operation, bei der die Bauchhöhle eröffnet werden muss.

Fäden
Gerade zur Weihnachtszeit sind fadenförmige Fremdkörper bei der Katze sehr häufig. Vor allem glitzerndes Lametta ist für Katzen wohl besonders interessant. Aber auch unter dem Jahr kommen Fadenfremdkörper vor. Beispielsweise dann, wenn Nähmaterial für die Katze zugänglich ist. Fadenartige Fremdkörper sind für die Katze besonders gefährlich, da diese den Darm „auffädeln“ und somit stark beschädigen können. Zudem besteht die Gefahr, dass noch eine Nadel am Faden hängt und diese ebenfalls verschluckt wird. Das Wichtigste bei Fadenfremdkörper: Hat die Katze einen Faden verschluckt, schneiden Sie diesen bitte niemals ab, sondern versuchen Sie, den Faden irgendwie zu fixieren und suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf. Auch diese Fremdkörper können ausschließlich in Narkose entfernt werden.

Grasfremdkörper können (gerade bei Freigängern) leider nicht verhindert werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Katze Zuhause keinen Zugang zu losen Fäden oder diversen Gummis hat, wenn diese damit spielen würde. Sollten Sie beobachten, dass Ihre Katze oder Ihr Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, suchen Sie bitte so schnell wie möglich einen Tierarzt auf. Innerhalb kurzer Zeit nach dem Fressen des Gegenstandes kann der Patient (je nach verschlucktem Teil) zum Erbrechen gebracht werden. So kann unter Umständen eine Narkose oder sogar Operation vermieden werden.