Beinahe täglich erhalten wir – zum Teil mehrere – Fundtiere und Vermisstenanzeigen von verzweifelten Tierbesitzern. Gerade bei Katzen besteht das große Problem, dass es noch keine Chippflicht gibt und somit ein großer Teil der Freigängerkatzen nicht gechippt und registriert sind. Wir appellieren immer wieder an Katzenbesitzer, ihre Vierbeiner chippen und registrieren zu lassen. Leider wird von vielen die Gefahren, denen Freigänger ausgesetzt sind, unterschätzt. Immer wieder kommt es vor, dass Katzen von Zuhause entwischen, sich verirren oder nach einem Unfall verletzt zu uns gebracht werden. Damit der rechtmäßige Besitzer schnellstmöglich ausfindig gemacht werden kann, ist das Chippen unumgänglich. Nur so haben Sie als Tierbesitzer die Sicherheit, dass Sie im Fall der Fälle kontaktiert werden können und Ihren vierbeinigen Liebling schnell wieder in die Arme schließen können.

Alleine im Jahr 2020 wurden mehr als 170 Fundkatzen (exklusive Kleintiere, Hunde, Igel, Vögel und andere Wildtiere) bei uns abgegeben. Nur ein Bruchteil dieser Katzen (ca. 5%) sind gechippt und nur bei wenigen Katzen finden wir dann auch den Besitzer. Jedes Fundtier wird bei uns genauestens protokolliert: wir dokumentieren die Daten des Finders sowie alle Daten zum Tier. Wir suchen explizit nach besonderen Merkmalen, um das Tier bestmöglich identifizieren zu können und fertigen mehrere Fotos an. Bei jedem Fundtier versuchen wir alles, um den Besitzer so rasch als möglich zu finden: wir Posten die Katze innerhalb kürzester Zeit auf unserer Facebookseite und in mehreren Tiergruppen und suchen gezielt nach passenden Vermisstmeldungen. Zudem erfolgt unsererseits eine Meldung ans Vorarlberger Tierschutzheim, wo die meisten Vermisstmeldungen eingehen. Wir lassen also nichts unversucht um den Besitzer des Vierbeiners zu finden.

Wir sind gerne bereit, diesen Verwaltungsaufwand auf uns zu nehmen, da wir gerne für jeden Vierbeiner und auch deren besorgte Besitzer da sind. Umso trauriger ist es, dass wir aktuell immer wieder (in den sozialen Medien) mit Vorwürfen konfrontiert werden, die uns fassungslos machen. Es ist die Rede davon, dass wir Fundkatzen unzureichend behandeln oder sofort euthanasieren. Es wurde uns vorgeworfen, dass wir ohne Nachweis Fundtiere an irgendwelche Interessenten aushändigen, die nicht die Besitzer sind. Zudem wurde kritisiert, dass wir uns an den Datenschutz halten und keine personenbezogene Daten von Finder oder Halter an dritte weitergeben. Dass wir Fundtiere nicht einfach wieder mitgeben oder vermitteln, war ebenfalls ein Kritikpunkt. Wir können verstehen, dass manche Rechtsgrundlagen nicht immer nachvollziehbar sind, aber auch wir müssen uns an Regel und Gesetze halten.

Bei sehr vielen Facebookposts melden sich zum Teil gleich mehrere potentielle Besitzer. Ist die Katze nicht gechippt, suchen wir nach vom potentiellen Besitzer beschriebenen Merkmalen und lassen uns Bilder zum Nachweis und zur Identifikation des Tieres zeigen. Nur wenn alles übereinstimmt, werden Fundtiere ausgehändigt.

Jede bei uns abgegebene Katze wird bei uns auch untersucht und wenn nötig medizinisch behandelt. Dabei macht es für uns keinerlei Unterschied, ob die Katze einen Besitzer hat oder ob es sich eventuell um eine Wildkatze handelt. Das Wohl der Tiere steht bei uns im Vordergrund – unabhängig davon, ob es sich um ein Fundtier handelt oder nicht. Die Kosten dieser zum Teil sehr teuren und aufwändigen Behandlungen tragen zum großen Teil wir. Laut Gesetz ist der Besitzer eines Fundtieres die Bezirkshauptmannschaft, solange kein Halter zugeordnet werden kann. Aus diesem Grund gelten auch hier die selben Vorschriften (Datenschutz, Schweigepflicht,..) wie bei jedem anderen Kunden.

Damit unangenehme Situationen in Zukunft vermieden werden können hilft nur, dass Katzenbesitzer ihre Tiere chippen und vor allem auch registrieren lassen. Nur so kann im Notfall der rechtmäßige Besitzer schnell und unkompliziert gefunden werden. Das freut nicht nur uns, sondern auch den Besitzer und vor allem das Tier, welches rasch wieder in sein liebevolles Zuhause kann.