Ein kurzer unbeobachteter Moment und der Hund klaut ein Stückchen Kuchen vom Tisch oder schmatzt gemütlich an einem Weihnachtskeks. Vielleicht meint man es aber auch nur gut und möchte den Vierbeiner mit einem besonderen Leckerchen etwas Gutes tun. Egal wie es dazu kommt: Lebensmittelvergiftungen bei Hund und Katze treten relativ häufig auf und können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Schokolade – der häufigste Übeltäter
Nicht die Schokolade an sich, sondern der darin enthaltene Kakao ist für Hund und Katze gefährlich. Das in Kakao enthaltene Methylxanthin, Koffein und Theobromin kann von Hund und Katze nur schlecht abgebaut werden und führt in Folge zur Vergiftung. Dunkle Schokolade ist demnach weitaus gefährlicher als Milchschokolade. Deshalb ist die Schwere der Vergiftung nicht nur abhängig von der aufgenommen Menge, sondern auch vom Kakaogehalt der Schokolade und dem Körpergewicht des Tieres. Ein Beispiel: Für einen 10 kg schweren Hund kann die Aufnahme von einer halbe Tafel dunkler Schokolade bereits zum Tod führen.

Die Symptome bei einer Schokoladenvergiftung reichen von Unruhe, Kreislaufproblemen, Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden bis hin zu Krampfanfall. In schweren Fällen tritt der Tod innerhalb von 12 Stunden nach der Aufnahme ein.

Rosinen / Weintrauben – das kaum bekannte Risiko
Seit langem ist bekannt, dass Vergiftungen nach einer Aufnahme von Weintrauben bzw. Rosinen auftreten. Noch immer ist aber nicht genau geklärt, welcher darin enthaltene Stoff für unsere Vierbeiner giftig ist. Es gibt Hunde, die selbst nach einer großen Menge von Trauben keinerlei Symptome zeigen. Für andere Hunde wiederum kann bereits die Aufnahme von kleinen Mengen lebensbedrohlich sein. Auch für Katzen kann nach dem Fressen von Trauben/Rosinen eine Vergiftung auftreten. Da noch nicht klar ist, ob die unterschiedliche Toleranzen von der Art der Trauben, der Verstoffwechslung der Hunde oder ähnlichem abhängt, kann auch keine Schwellenwert angegeben werden, ab welcher Menge Vergiftungssymptome auftreten. Was jedoch bereits bewiesen wurde ist, dass Rosinen wesentlich toxischer sind als Weintrauben und geringere Mengen bereits schwere Folgen auslösen können.

Die Symptome bei einer Trauben-/Rosinenvergiftung reichen von vermehrtem Speichelfluss, über Durchfall, Lethargie, bis zu Krämpfen, taumelndem Gang und schlussendlich zum akuten Nierenversagen.

Nüsse – die Macadamia
Bei Macadamianüssen gilt das selbe wie bei Weintrauben: Noch ist nicht klar, welcher Inhaltsstoff für unsere Vierbeiner toxisch ist. Auch hier sind je nach der Menge der Aufnahme und dem Gewicht des Tieres unterschiedlich starke Auswirkungen möglich. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass eine Nuss auf ca. 1kg Körpergewicht bereits Vergiftungserscheinungen hervorruft.

Diese können sein: Lahmheit, reduzierte Stehfähigkeit, Speicheln, Fieber, gestörte bzw. veränderte Bewegungsabläufe.

Zwiebeln – der Dauerbrenner
Vor allem bei Katzen werden nach einer Aufnahme von Zwiebeln schwere Symptome beschrieben. Toxisch sind dabei nicht nur klassische Zwiebeln, sondern auch Knoblauch, Laucharten sowie Bärlauch und Frühlingszwiebeln. Diese bewirken im Körper eine Sauerstoffunterversorgung von Körperzellen. Blutzellen werden zerstört und und es kommt dann zu einer sogenannten Anämie (einer Blutarmut).

Problematisch sind hierbei auch diverse Knoblauchprodukte für Hunde, die gegen Parasiten und/oder Würmer helfen sollen. Diese haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, obwohl deren Wirkung nicht bestätigt werden konnte. Auch die Verabreichung von rohem Knoblauch wird vor allem in den sozialen Medien empfohlen, wovon aber dringend abzuraten ist. Auch wiederholte Gaben von kleinen Mengen kann zu einer Blutarmut führen, die für den Tierbesitzer aber nicht erkennbar ist. Zwiebelgewächse sind für Hunde bereits ab einer Menge von 5g pro KG Körpergewicht toxisch.

Auch hier gibt es viele unterschiedliche Symptome, die teilweise aber erst einige Tage nach der Aufnahme auftreten können: Erbrechen, Durchfall, blasse Schleimhäute, Lethargie, Herzrasen.

Xylit – die gefährliche Süße
Bei Xylit handelt es sich um einen sogenannten Zuckerersatzstoff der in immer mehr Light-Produkten, aber auch in Zahnpasten und Kaugummis enthalten ist. Bekannt ist das Süßungsmittel auch als Birkenzucker oder Pentanpentol. Das Problem bei diesem Produkt ist, dass bereits kleine Mengen in kurzer Zeit zum Tod des Hundes führen können. Bei der Aufnahme von Xylit wird eine große Menge Insulin ausgeschüttet die zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung führt. Eine Dosis von 0,1g Xylit pro Kilogramm Körpergewicht führt bereits zu Vergiftungssymptomen. Für einen mittelgroßen Hund kann der Genuss eines Stücks Kuchen mit Birkenzucker also bereits tödlich enden. Das Problem an Xylit ist, dass die Zeitspanne von der Aufnahme bis zum Tod des Hundes nur sehr kurz ist. Hat das Tier das Produkt aufgenommen, muss sofort gehandelt werden.

Die Symptome bei dieser Vergiftung sind Lethargie, Schwäche, Bewegungsstörungen, Krämpfe und schlussendlich der Tod.

Weitere Gefahrenquellen
Neben den oben angeführten Lebensmitteln gibt es natürlich noch weitere Gefahrenquellen, welche toxisch für unsere Vierbeiner sind. Dazu zählt beispielsweise Alkohol, Avocados, Schneckenkorn sowie mehrere Pflanzenarten wie beispielsweise der Weihnachtsstern.

Haben Hund oder Katze toxische Substanzen aufgenommen gilt immer eines: So rasch wie möglich ab zum Tierarzt! Kommt das Tier innerhalb von ca. zwei Stunden nach der Aufnahme bei uns an, kann es zum Erbrechen gebracht werden. So kann zumindest ein Großteil der giftigen Substanz ausgeschieden werden. Sind bereits Vergiftungssymptome vorhanden, hilft meist nur noch eine symptomatische Therapie um das Leben des Tieres zu retten.

Hat der Vierbeiner beispielsweise Schokolade gefressen oder von einer xylithaltigen Marmelade genascht, bringen Sie wenn möglich auch immer die Verpackung mit in die Tierklinik. So hat der Tierarzt die Möglichkeit, die aufgenommene Menge zu berechnen und eine passende Therapie einzuleiten.