IMPFEN UND ENTWURMEN BEIM HUND

IMPFUNGEN

Ist Impfen wirklich (noch) notwendig?
Die Antwort lautet „Ja“. Infektionskrankheiten spielen bei Hunden nach wie vor eine wichtige Rolle. Obwohl viele Erkrankungen seltener geworden sind, stellen sie immer noch eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Vor allem die vermehrte Reisetätigkeit von Tierbesitzern mit ihren Hunden und die Importe von Hunden tragen dazu bei, dass wir immer wieder mit Infektionskrankheiten konfrontiert werden.

Braucht jeder Hund die gleichen Impfungen?
Wir richten uns an die aktuellen Impfempfehlungen der österreichischen Tierärztekammer. Dabei geht es uns darum, im Beratungsgespräch einen für Ihren Hund individuellen Impfplan bzw. eine Impfempfehlung zu erstellen. Dabei wird festgelegt, wogegen und zu welchen Zeitpunkten Ihr Hund geimpft werden soll und welcher Impfstoff dafür am besten geeignet ist.
Unsere Impfempfehlung ist daher ganz individuell auf Ihren Hund abgestimmt.

Gegen welche Krankheiten kann ich meinen Hund durch Impfungen schützen?
Staupe
Diese Viruserkrankung tritt zum Glück nicht mehr häufig auf, es kommt aber immer wieder zur regionalen Ausbrüchen auch in Österreich. Staupe verursacht schwere Atemwegs- und Magendarm-Erkrankungen, wie auch schwere neurologische Symptome, Zahn-, Haut- und Augenveränderungen. Sie kann potentiell tödlich für die Hunde sein.

Hepatitis contagiosa canis
Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung. Sie führt zu einer fieberhaften Erkrankung mit Magendarmsymptomatik, Gerinnungsstörungen und Gehirnentzündungen. Manche Hunde versterben, bevor die Krankheit erkannt wird.

Parvovirose
Der Parvovirus ist hochansteckend und verursacht schwere Magendarmerkrankungen mit massivem Erbrechen und blutigem Durchfall. Gerade bei Welpen kann diese Erkrankung tödlich verlaufen. Eine Therapie ist nur symptomatisch möglich. Die Parvovirose ist in einigen Regionen noch weit verbreitet.

Leptospirose
Diese Erkrankung wird durch Bakterien verursacht und ist eine sogenannte Zoonose, das heißt auch der Mensch kann sich damit anstecken. Er verursacht Leber- und Nierenschäden, ebenso wie Lungenblutungen. Die Leptospirose ist eine in unserer Gegend häufig vorkommende Erkrankung, die oft tödlich verläuft und eine intensive medizinische Betreuung notwendig macht.

Tollwut
Die Tollwut gehört zu den am längsten bekannten viralen Infektionskrankheiten und ist sicher auch die gefürchtetste. Noch immer sterben jährlich weltweit zehntausende Tiere und Menschen. Tollwut ist nicht heilbar. In Österreich konnte die Tollwut eingedämmt werden. Eine gültige Tollwutimpfung ist bei Reisen außerhalb von Österreich Pflicht. Für einige Länder (vor allem Nicht-EU-Länder) gelten bestimmte Verordnungen. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor Reiseantritt.

Canine infektiöse Tracheobronchitis
Diese Erkrankung, auch besser bekannt unter dem geläufigen Namen Zwingerhusten, ist eine Erkrankung, die hauptsächlich die Atemwege betrifft. Sie ist vor allem dort verbreitet, wo Hunde engen Kontakt zu anderen Hunden haben (wie in Hundepensionen, Tierheimen, Ausstelllungen etc.).
Falls Sie weitere Fragen zu den Impfungen Ihres Hundes haben, beraten wir sie gerne!

ENTWURMEN

Welpen können sich bereits über das Muttertier mit Spulwürmern anstecken. Später infizieren sich Hunde und Katzen durch Kontakt mit anderen Tieren oder mit deren Kot. Bestimmte Würmer (Bandwürmer) können auch über Flöhe übertragen werden. Weiteres besteht die Gefahr einer Aufnahme von Wurmeiern über die Fütterung von rohem Fleisch (barfen) und/oder das Fressen von Beutetieren. Da die Wurmeier für das freie Auge nicht sichtbar sind, können sie auch unbemerkt von Spaziergängen mit den Schuhen ins Haus getragen werden.

Gefahr für den Menschen?
Einige Spul- und Bandwürmer können auf den Menschen übertragen werden. Dabei verlassen manche Würmer den Darm und wandern durchs Gewebe oder bilden Zysten in verschiedenen Organe, was zu schweren Erkrankungen führen kann.

Wie oft muss ich mein Tier entwurmen?
Die Häufigkeit der Entwurmung hängt vom individuellen Risiko Ihres Tieres ab. Wir helfen Ihnen gerne, dieses Risiko einzuschätzen, um dann eine Empfehlung abzugeben.
Die europäische parasitologische Spezialistenvereinigung ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) teilt Hunde in verschiedene Risikogruppen ein und gibt für die einzelnen Gruppen Empfehlungen ab.

Dabei spielen Auslauf mit/ohne Aufsicht, Kontakt zu anderen Tieren, Fressen von Aas und/oder Kot eine entscheidende Rolle. Dementsprechend wird bei Tieren, die keinen freien Auslauf und keinen Kontakt zu anderen Tieren haben, eine 1-2 jährige Kotuntersuchung und eine Behandlung nur bei Wurmbefall empfohlen.
Die meisten unserer Patienten haben ein durchschnittliches Risiko und sollten laut ESCAAP mindestens 4mal jährlich routinemäßig entwurmt werden.
Zusätzliche Behandlungen werden bei Tieren in Zuchten (trächtige, säugende Hündinnen) oder Tierheimen empfohlen, ebenso wie bei Jagdhunden, Rettungs- und Therapiehunden und Hunden, die mit Kleinkindern oder immungeschwächten Personen zusammenleben. Tiere, die gebarft werden sollten alle 6 Wochen entwurmt werden.
Statt einer routinemäßigen Entwurmung kann auch eine Kotuntersuchung vorgenommen werden. Wichtig ist, dass die zu untersuchende Kotprobe über drei Tage hinweg gesammelt wird.
ESCCAP bietet auf www.hund-katze-wuermer.de einen kostenlosen Entwurmungstest an.

Unsere Empfehlung: Kann das individuelle Risiko eines Tieres nicht eingeordnet werden, ist eine Entwurmung mindestens 4 mal pro Jahr zu empfehlen. Studien haben gezeigt, dass eine 1-2malige Behandlung pro Jahr keinen ausreichenden Schutz bietet.