Vor mehreren Monaten wurde Sky in unserer Klinik vorstellig. Der Besitzerin ist damals aufgefallen, dass die Augen des damals 4-jährigen Rüden immer wieder gerötet waren. Nach einer Untersuchung von Sky durch unsere Augenspezialistin folgte die Diagnose Schäferhundkeratitis. Was ist die Schäferhundkeratitis? Jede Art von Entzündungen der Hornhaut wird medizinisch als Keratitis bezeichnet. Dabei ist die Schäferhundkeratitis eine spezielle Form der Hornhautentzündung. Sie tritt besonders gehäuft beim Deutschen Schäferhund und dessen Mischlingen auf, kann aber auch andere Rassen betreffen. Eine erbliche Ursache wird vermutet. Die Entzündung wird durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst und führt dann zu den typischen Veränderungen in Form von Trübungen auf der Hornhaut.

Welche Symptome sind typisch für diese Erkrankung?
Durch die Entzündungen in der Hornhaut kommt es zu charakteristischen Trübungen. Sie können rötlich, weißlich oder braun-schwarz sein. Meist treten die ersten Symptome im Alter von 3-5 Jahren auf, manchmal auch schon früher. Häufig sind sie zuerst nur auf der Seite des äußeren Augenwinkels zu beobachten.
Da es sich um eine autoimmunbedingte Erkrankung handelt, bleibt der Entzündungsreiz ein Leben lang bestehen. Die Symptome verschlimmern sich kontinuierlich und können schlussendlich zu einer starken Verfärbung der Hornhaut, einer sogenannten Pigmentierung, führen. Dies ruft eine deutliche Einschränkung des Sehvermögens hervor. Zusätzlich ist bekannt, dass UV Strahlen die Erkrankung forcieren. Das äußert sich in Entzündungsschüben, die vor allem dann auftreten, wenn die Hunde starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren.

Welche Therapien gibt es für meinen Hund mit Schäferhundkeratitis?
Eine Heilung ist nicht möglich, aber durch eine Therapie können die Symptome eingedämmt werden. Das setzt eine konsequente und lebenslange Behandlung voraus. Anhand von speziellen Augenmedikamenten, die in den meisten Fällen 2x täglich angewendet werden müssen, kann die Entzündungsreaktion in der Hornhaut unterdrückt werden. In schweren Fällen kann die Pigmentschicht auch operativ entfernt werden. Das ersetzt allerdings nicht die lebenslange, medikamentöse Therapie. Nur durch eine lebenslange und vor allem konsequente Therapie kann eine Erblindung des Hundes verhindert werden.

Der Schutz vor UV-Strahlung spielt eine große Rolle. Spezielle Hunde-Sonnenbrillen helfen, den Einfluss von UV-Strahlung zu reduzieren und können zu einem verminderten Auftreten von Entzündungsschüben führen.

Wie man auf dem Video sehen kann, hat Sky seine Brille gänzlich akzeptiert. Durch geeignetes Training (ähnlich des Maulkorbtrainings) kann der Hund auf das Tragen einer Brille positiv konditioniert werden. Für den Vierbeiner ist die Brille im Alltag dann plötzlich so normal wie Halsband, Geschirr und Leine. Dank dem Bemühen seines Frauchens, kann Sky – wie auf den Videos zu sehen ist – trotz seiner Erkrankung ein ganz normales und fröhliches Hundeleben führen. Wir wünschen Sky und seinem Frauchen für die Zukunft nur das beste!

Wenn Sie Fragen zur Erkrankung haben oder sogar einen Hund mit der Diagnose Schäferhundkeratitis haben, beraten wir Sie gerne rund um das Thema und helfen Ihnen und Ihrem Vierbeiner, die geeignete Therapie zu finden.