Hund, Katze und Co. machen uns Menschen glücklich: Sie sind immer für uns da, freuen sich, wenn wir nach Hause kommen und gelten in den meisten Fällen als vollwertiges Familienmitglied. Ein Tier zu halten solle aber keine leichtfertige Entscheidung sein: Ob man den Bedürfnissen des Tieres gerecht wird und genügend Zeit hat sollte im Vorfeld bedacht werden aber auch der finanzielle Aufwand ist ein wichtiges Thema:
Neben den offensichtlichen Kosten für Futter und Zubehör können nämlich innerhalb kurzer Zeit auch hohe Tierarztkosten anfallen. Ein Beispiel: Nehmen wir eine junge Katze, die frisch im neuen Zuhause ankommt. In der achten Lebenswoche ist die erste Impfung fällig, vier Wochen später die Auffrischungsimpfung. Zudem wird die Katze im ersten Lebensjahr öfters entwurmt und benötigt eventuell eine Parasitenprophylaxe. Hier sprechen wir im ersten Lebensjahr bereits von knapp € 150 allein für die Vorsorge.

Führen wir das Beispiel weiter: Besagte Katze darf nach einiger Zeit die Welt erkunden und wird zum Freigänger. Ein kurzer, unaufmerksamer Augenblick und die Katze wird von einem Auto erfasst und direkt zum Tierarzt gebracht. Diagnose: Fraktur des Oberschenkels. Die Katze wird beim Tierarzt stationär aufgenommen, als Notfall versorgt, stabilisiert, mit Medikamenten versorgt und anschließend operiert. Je nachdem, wie komplex die Fraktur ist, belaufen sich die Kosten für diese Operation auf ca. € 800 bis € 1.500. Ist die Katze weitaus schwerer verletzt und hat beispielsweise mehrere Frakturen, leidet an einem Lungenödem oder zusätzlich an einem Schädel-Hirn-Trauma, steigen die Kosten für die Versorgung auch schnell auf über 1.500 €. Gerade solche Autounfälle und Frakturen sind absolut keine Seltenheit sondern werden täglich vorgestellt. Das sind also Geldbeträge, die man als Halter:in eines Haustieres immer im Backup haben muss.

Für viele Tierbesitzer stellt eine so hohe Summe jedoch eine große Herausforderung dar. Wir können natürlich verstehen, dass sich jeder einmal in einer finanziellen Notlage befinden kann. Dennoch ist es die Aufgabe des Tierbesitzers, sich vorab Gedanken zu machen, ob er sich ein Tier, auch in finanziell schwierigen Zeiten, leisten kann.

Wir Tierärzte werden immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen das kranke Tier in der Klinik ist und sich der Tierbesitzer keine Behandlung leisten kann. Wir sind immer bemüht, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden, aber auch hier sind uns Grenzen gesetzt. Warum wir keine Ratenzahlung anbieten können, hat einen ganz einfachen Grund:

Führen wir das oben angegebene Beispiel mit der Katze weiter: Die Katze wurde nach dem Unfall erstversorgt, geröntgt, medikamentös behandelt, infundiert und vom Stationsteam stabilisiert. Anschließend wird die Katze von der Tierarzthelferin für die Operation vorbereitet: intubiert, ausrasiert und gereinigt. Im OP warten zwei erfahrene Chirurgen, welche die ca. 2-Stündige Operation durchführen sowie eine Anästhesistin, welche die Narkose dauerhaft überwacht. Für die Stabilisierung des Gelenkes wird eine Platte mit Schrauben eingesetzt und die Wunde wieder vernäht. Nach der Operation wird die Katze zur Überwachung an das Stationsteam übergeben, wo die Tierpflegerin die Katze während der Aufwachphase überwacht und mit Wärme und Infusion versorgt.Eine solche Operation ist also mit einem hohen Personalaufwand und einer langen Behandlungsdauer verbunden. Alle beteiligten TierarzthelferInnen und TierärztInnen in unserer Klinik sind speziell für Ihren Fachbereich ausgebildet und sind immer auf dem neuesten Stand, um den Patienten die beste Behandlung zukommen zu lassen.Die in der Operation verwendeten Materialien (steriles Material, Platten, Schrauben,…) sind sehr kostenintensiv und müssen auch von uns im Voraus bezahlt werden. So entsteht für uns bereits nach Abschluss der Operation ein hoher Kostenaufwand.Wir sind Tierärzte, die immer das Beste für den Patienten wollen, aber wir sind kein Kreditinstitut, welches die anfallenden Kosten für Tierbesitzer vorstrecken kann. Damit man als Tierhalter gar nicht erst in eine finanzielle Notlage kommt, empfehlen wir 2 Dinge: Bitte überlegen Sie immer vorab gründlich, ob Sie, wenn ihr Tier erkrankt, die nötigen finanziellen Mittel aufbringen können um Ihrem Vierbeiner zu helfen.

Zudem existieren mittlerweile sehr viele unterschiedliche Tierversicherungen, welche in solchen Fällen finanzielle Unterstützung bieten. Informieren Sie sich aber gründlich, welche Kosten (Vorsorge, Unfall, erbliche Erkrankungen,…) von der Versicherung abgedeckt werden und welcher Kostenrahmen übernommen wird.

Noch einfacher ist es, statt der Versicherungsrate monatlich einen Fixbetrag zur Seite zu legen um im Notfall auf das Ersparte zurückgreifen zu können.

Anhand unseres Beispiels können Sie sehen, dass bereits ein Unfall schnell zu hohen Kosten führen kann. Vor allem aber bei alten Tieren kann es auch zu ernsthafteren Erkrankungen kommen, die viel Diagnostik erfordern oder bei denen das Tier auf eine lebenslange medikamentöse Therapie angewiesen ist. Hier können auch in wenigen Monaten mehrere Tausend Euro zustande kommen. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, schreiben Sie diese gerne in die Kommentare oder kontaktieren Sie uns direkt.