Als Mammatumore bezeichnet man Umfangsvermehrungen (Tumore) in der Milchdrüse bzw. Gesäugeleiste des Hundes. Diese Erkrankung ist vergleichbar mit Brustkrebs beim Menschen. Bei Mammatumoren handelt es sich um die häufigste Krebsart beim Hund. Deshalb möchten wir heute aufzeigen, was es mit dieser Erkrankung auf sich hat und wie man als Tierbesitzer am besten vorsorgen kann.Vor einigen Wochen kam Julie, eine 11 Jahre alte Jack Russel Dame, mit Ihrem Frauchen zu uns in die Klinik. Der Besitzerin ist aufgefallen, dass Juli seit einiger Zeit eine Schwellung an einer Zitze hat.


Eine genaue Untersuchung mittels Probennahme durch unsere Onkologin ergab, dass es sich bei diesem Knoten unter der Haut wahrscheinlich um einen Mammatumor handelt. Knapp 50% dieser Mammatumore sind bösartig und können in umliegende Lymphknoten und Organe streuen, weshalb die Früherkennung ein sehr wichtiger Aspekt ist. Bevor eine Operation bei einem erkrankten Hund gemacht werden kann, muss abgeklärt werden, ob bereits Metastasen vorhanden sind, also ob der Krebs gestreut hat. Das bedeutet, dass unter Umständen mehrere Voruntersuchungen gemacht werden müssen, wie z.B. Blutabnahme, Röntgen, Ultraschall,… Bei Julie sind alle Untersuchungen gut ausgefallen und einer Operation stand nichts im Wege.
Bei Mammatumoren ist das Risiko relativ hoch, dass sich im verbliebenen Milchdrüsengewebe im Laufe der Zeit erneut Tumore bilden können. Aufgrund dessen wird (je nach Alter des Hundes, Anzahl der Tumoren und schwere der Erkrankung) in der Regel der gesamte Gesäugekomplex entfernt. Bei Julie befand sich der Tumor an der vorletzten Zitze auf der rechten Seite. Aufgrund der erhobenen Befunde musste dann die gesamte rechte Mammaleiste (von der ersten bis zur letzten Zitze) entfernt werden.


Wir empfehlen jedem Tierbesitzer, den entfernten Tumor histopathologisch untersuchen zu lassen. Anhand dieser Befunde kann das entnommene Gewebe genauestens beurteilt und die mögliche Therapie (chirurgische Entfernung) zielgerichtet und individuell auf den Hund angepasst werden. Viele Karzinome können (früh genug erkannt) chirurgisch entfernt werden und der Hund gilt anschließend als geheilt. Es gibt aber durchaus auch aggressive Tumore, bei denen die durchschnittliche Überlebenszeit bei knapp 2-3 Monaten liegt. Diese Erkrankung sollte also sehr ernst genommen werden.


Wie kann einem Mammatumor vorgebeugt werden?
Als Besitzer von Hündinnen ist vor allem eines relevant: Abtasten. Wir empfehlen bei Hündinnen regelmäßig die Gesäugeleiste abzutasten und bei Auffälligkeiten zeitnah den Tierarzt aufzusuchen.
Studien haben zudem gezeigt, dass eine Kastration, spätestens nach der ersten Läufigkeit, das Risiko der Entstehung von Mammatumoren im Laufe des Lebens, drastisch reduziert. Wird die Hündin nach der zweiten, vierten oder zehnten Läufigkeit kastriert, ist das Risiko höher. Zudem ist bekannt, dass manche Rassen ein höheres Risiko für Mammatumore haben. Dazu gehören beispielsweise Chihuahuas, Yorkshire Terrier, Dackel, Malteser und Cocker Spaniel.


14 Tage nach der Operation hat uns Julie zur Kontrolle und zum ziehen der Fäden besucht. Die tapfere Hündin hat sich gut von der Operation erholt. Die Befunde der histologischen Untersuchung ergaben, dass der Tumor bösartig war aber zum Glück vollständig entfernt werden konnte. Für Julie bedeutet dies, dass die verbliebene, linke Milchleiste sowie die Lymphknoten regelmäßig kontrolliert werden sollten.


Wir wünschen Julie und ihrem Frauchen nur das Beste und wünschen den beiden noch eine wunderschöne und vor allem lange gemeinsame Zeit.

Wir freuen uns, dass wir auch dieses Jahr wieder an der Aktion „Impfen für Afrika“ von Tierärzte ohne Grenzen teilnehmen dürfen. In dieser Woche (11.10. bis 16.10.) wird die Hälfte aller Impfeinnahmen an Tierärzte ohne Grenzen gespendet und kommt dort einem Hilfsprojekt zugute.Wir freuen uns über jeden, der mit der Impfung seines Vierbeiners gemeinsam mit […]

Fremdkörper sind beim Hund keine Seltenheit. Viele Hunde fressen draußen in unbeobachteten Momente gerne einmal etwas zusammen oder bedienen sich sogar Zuhause an den einen oder anderen Gegenständen, die absolut nicht für Hunde geeignet sind. Bei Katzen sind Fremdkörper ebenfalls anzutreffen. Allerdings fressen Katzen im Gegensatz zu Hunden weitaus weniger oft große Gegenstände.

Es ist überraschend, was in manchen Tieren zu finden ist: Maiskolben, Nadeln, Socken, Plastikteile, Weihnachtskugeln, Kinderspielzeug, Haargummis, Glühbirnen, Steine,… sind nur einige Beispiele. Je nachdem, aus welchem Material der Fremdkörper besteht, kann dieser auf einem Röntgenbild sichtbar sein. Wir zeigen hier einige Beispiele von Fremdkörpern, welche auf dem Röntgenbild gut erkennbar sind.

Heute beschreiben wir die drei Fremdkörper, die bei Katzen am Häufigsten auftreten:

Grashalme
Was erstmals ziemlich unbedenklich klingt, kann für die Katze zu einer wahren Tortour werden. Grashalme zählen zu den häufigsten Fremdkörpern bei der Katze. Durch das Gras fressen und anschließende Erbrechen können einzelne Grashalme in die oberen Atemwege gelangen und sich dort festsetzen. In der Regel haften diese Halme dann im Nasenrachen, können aber bis in die Nasenhöhle vordringen. Die betroffenen Tiere zeigen schnupfenähnliche Symptome wie z.B: vermehrtes Niesen oder einseitiger Nasenausfluss, Würgen oder ein verändertes Schlucken. Auch Heiserkeit bzw. Stimmverlust sind mögliche Anzeichen. Durch den ständigen Reiz im Nasen-Rachenraum versuchen die Katzen durch Niesen und Würgen den Fremdkörper los zu werden, was in der Regel aber nicht gelingt. Um den Fremdkörper zu entfernen, erhalten die Katzen eine Sedierung in der nach einem feststeckenden Grashalm gesucht wird. Ist dieser in der Maulhöhle nicht sichtbar, wird eine sogenannte Rhinoskopie durchgeführt, bei der der Nasen-Rachenraum mit einer kleinen Kamera untersucht wird. Der Grashalm wird dann mit einer Klemme vorsichtig entfernt.

Haargummis
Haargummis oder andere Gummibänder stehen bei Katzen ganz hoch im Kurs. Die kleinen Gummis lassen sich prima schieben, werfen und daran ziehen. Leider kommt es auch häufiger vor, dass solche Gummis dann verschluckt werden. Je nach Größe und Anzahl der verschluckten Teile ist es möglich, dass diese von der Katze wieder ausgeschieden werden. Es kann aber auch vorkommen, dass die Fremdkörper im Magen verbleiben und gar einen Darmverschluss verursachen. Die Symptome sind sehr unspezifisch und reichen von Appetitlosigkeit und Durchfall über Erbrechen bis hin zu Schlappheit. Die Behandlung richtet sich nach der Lage der Haargummis und der aufgenommenen Menge. Manche Fremdkörper können in einer Sedierung endoskopisch entfernt werden, andere wiederum nur mit einer Operation, bei der die Bauchhöhle eröffnet werden muss.

Fäden
Gerade zur Weihnachtszeit sind fadenförmige Fremdkörper bei der Katze sehr häufig. Vor allem glitzerndes Lametta ist für Katzen wohl besonders interessant. Aber auch unter dem Jahr kommen Fadenfremdkörper vor. Beispielsweise dann, wenn Nähmaterial für die Katze zugänglich ist. Fadenartige Fremdkörper sind für die Katze besonders gefährlich, da diese den Darm „auffädeln“ und somit stark beschädigen können. Zudem besteht die Gefahr, dass noch eine Nadel am Faden hängt und diese ebenfalls verschluckt wird. Das Wichtigste bei Fadenfremdkörper: Hat die Katze einen Faden verschluckt, schneiden Sie diesen bitte niemals ab, sondern versuchen Sie, den Faden irgendwie zu fixieren und suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf. Auch diese Fremdkörper können ausschließlich in Narkose entfernt werden.

Grasfremdkörper können (gerade bei Freigängern) leider nicht verhindert werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Katze Zuhause keinen Zugang zu losen Fäden oder diversen Gummis hat, wenn diese damit spielen würde. Sollten Sie beobachten, dass Ihre Katze oder Ihr Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, suchen Sie bitte so schnell wie möglich einen Tierarzt auf. Innerhalb kurzer Zeit nach dem Fressen des Gegenstandes kann der Patient (je nach verschlucktem Teil) zum Erbrechen gebracht werden. So kann unter Umständen eine Narkose oder sogar Operation vermieden werden.

Beinahe täglich erhalten wir – zum Teil mehrere – Fundtiere und Vermisstenanzeigen von verzweifelten Tierbesitzern. Gerade bei Katzen besteht das große Problem, dass es noch keine Chippflicht gibt und somit ein großer Teil der Freigängerkatzen nicht gechippt und registriert sind. Wir appellieren immer wieder an Katzenbesitzer, ihre Vierbeiner chippen und registrieren zu lassen. Leider wird von vielen die Gefahren, denen Freigänger ausgesetzt sind, unterschätzt. Immer wieder kommt es vor, dass Katzen von Zuhause entwischen, sich verirren oder nach einem Unfall verletzt zu uns gebracht werden. Damit der rechtmäßige Besitzer schnellstmöglich ausfindig gemacht werden kann, ist das Chippen unumgänglich. Nur so haben Sie als Tierbesitzer die Sicherheit, dass Sie im Fall der Fälle kontaktiert werden können und Ihren vierbeinigen Liebling schnell wieder in die Arme schließen können.

Alleine im Jahr 2020 wurden mehr als 170 Fundkatzen (exklusive Kleintiere, Hunde, Igel, Vögel und andere Wildtiere) bei uns abgegeben. Nur ein Bruchteil dieser Katzen (ca. 5%) sind gechippt und nur bei wenigen Katzen finden wir dann auch den Besitzer. Jedes Fundtier wird bei uns genauestens protokolliert: wir dokumentieren die Daten des Finders sowie alle Daten zum Tier. Wir suchen explizit nach besonderen Merkmalen, um das Tier bestmöglich identifizieren zu können und fertigen mehrere Fotos an. Bei jedem Fundtier versuchen wir alles, um den Besitzer so rasch als möglich zu finden: wir Posten die Katze innerhalb kürzester Zeit auf unserer Facebookseite und in mehreren Tiergruppen und suchen gezielt nach passenden Vermisstmeldungen. Zudem erfolgt unsererseits eine Meldung ans Vorarlberger Tierschutzheim, wo die meisten Vermisstmeldungen eingehen. Wir lassen also nichts unversucht um den Besitzer des Vierbeiners zu finden.

Wir sind gerne bereit, diesen Verwaltungsaufwand auf uns zu nehmen, da wir gerne für jeden Vierbeiner und auch deren besorgte Besitzer da sind. Umso trauriger ist es, dass wir aktuell immer wieder (in den sozialen Medien) mit Vorwürfen konfrontiert werden, die uns fassungslos machen. Es ist die Rede davon, dass wir Fundkatzen unzureichend behandeln oder sofort euthanasieren. Es wurde uns vorgeworfen, dass wir ohne Nachweis Fundtiere an irgendwelche Interessenten aushändigen, die nicht die Besitzer sind. Zudem wurde kritisiert, dass wir uns an den Datenschutz halten und keine personenbezogene Daten von Finder oder Halter an dritte weitergeben. Dass wir Fundtiere nicht einfach wieder mitgeben oder vermitteln, war ebenfalls ein Kritikpunkt. Wir können verstehen, dass manche Rechtsgrundlagen nicht immer nachvollziehbar sind, aber auch wir müssen uns an Regel und Gesetze halten.

Bei sehr vielen Facebookposts melden sich zum Teil gleich mehrere potentielle Besitzer. Ist die Katze nicht gechippt, suchen wir nach vom potentiellen Besitzer beschriebenen Merkmalen und lassen uns Bilder zum Nachweis und zur Identifikation des Tieres zeigen. Nur wenn alles übereinstimmt, werden Fundtiere ausgehändigt.

Jede bei uns abgegebene Katze wird bei uns auch untersucht und wenn nötig medizinisch behandelt. Dabei macht es für uns keinerlei Unterschied, ob die Katze einen Besitzer hat oder ob es sich eventuell um eine Wildkatze handelt. Das Wohl der Tiere steht bei uns im Vordergrund – unabhängig davon, ob es sich um ein Fundtier handelt oder nicht. Die Kosten dieser zum Teil sehr teuren und aufwändigen Behandlungen tragen zum großen Teil wir. Laut Gesetz ist der Besitzer eines Fundtieres die Bezirkshauptmannschaft, solange kein Halter zugeordnet werden kann. Aus diesem Grund gelten auch hier die selben Vorschriften (Datenschutz, Schweigepflicht,..) wie bei jedem anderen Kunden.

Damit unangenehme Situationen in Zukunft vermieden werden können hilft nur, dass Katzenbesitzer ihre Tiere chippen und vor allem auch registrieren lassen. Nur so kann im Notfall der rechtmäßige Besitzer schnell und unkompliziert gefunden werden. Das freut nicht nur uns, sondern auch den Besitzer und vor allem das Tier, welches rasch wieder in sein liebevolles Zuhause kann.

Bei fast jedem Tier steht im Laufe seines Lebens ein medizinischer Eingriff oder eine Untersuchung an, welche mit einer Narkose verbunden ist. Bei vielen Tierbesitzern ist dabei die Angst vor der Narkose oft größer als vor dem Eingriff selbst. In unserem heutigen Beitrag möchten wir das Thema Narkose etwas genauer beleuchten.

Was genau ist eine Narkose?
Unter einer Narkose versteht man die Bewusstlosigkeit, die Schmerzausschaltung und die Muskelentspannung des gesamten Körpers. Mit Hilfe von Medikamenten (sogenannten Narkotika und Anästhetika) erschlaffen die Muskeln und die Funktionen der Nervenzellen werden vorübergehend ausgeschaltet. Somit „schläft“ der Patient und spürt keinerlei Schmerzen.

Wir unterscheiden in unserer Klinik folgende Anästhesiearten:

Vollnarkose:
Hier erhält das Tier über einen Venenzugang Medikamente, die der Bewusstlosigkeit, Schmerzausschaltung und Muskelentspannung dienen und die Vollnarkose einleiten. Danach wird der Patient über die sogenannte Inhalationsnarkose in Vollnarkose gehalten.

Bei dieser Methode erhält das Tier durch einen Venenzugang mehrere Medikamente, welche die Vollnarkose einleiten. Sobald der Patient schläft und von seiner Umgebung nichts mehr mitbekommt, wird er intubiert. Dabei wird ein Schlauch, der sogenannte Tubus, über den Rachen in die Luftröhre eingeführt, über welchen Narkosegas und Sauerstoff in die Lunge gelangt und den Patienten im Tiefschlaf hält. Diese Narkoseart gilt als die sicherste Methode, da sie jederzeit steuerbar ist und im Notfall auch rasch abgebrochen werden kann. Durch den eingeführten Tubus kann der Patient beatmet und bei Komplikationen wertvolle Zeit gespart werden.

Diese Art der Narkose wird bei fast allen chirurgischen Eingriffen, bei denen auf eine sehr gute Schmerzausschaltung geachtet werden muss, verwendet. Hier wachen die Tiere möglichst ruhig und nicht abrupt aus der Narkose wieder auf, um sich gut von den Operation erholen zu können. Meistens sind sie noch am gleichen Tag wieder wach genug, um nach Hause entlassen werden zu können.

Sedierung
Diese Anästhesieart wird meist bei Tieren eingesetzt, bei denen eine kurze, stressfreie und ruhige Untersuchungen ansteht. Dies kann beispielsweise das Anfertigen eines Röntgenbildes sein oder eine kurze Behandlung der Augen, welche im wachen Zustand evtl. nicht möglich ist. Auch sehr unkooperative Patienten erhalten eine Sedierung, um den Patienten Stress zu ersparen.

Die Medikamente für eine Sedierung können entweder über die Vene oder über eine Injektion in den Muskel erfolgen. Nach dem erfolgten Untersuchungsgang kann ein Gegenmittel geben werden um das Tier schnell wieder aufwachen zu lassen. So können Tierbesitzer während der Untersuchung warten und den Patienten innerhalb von kurzer Zeit wieder mit nach Hause nehmen.

Welches Risiko bringt eine Narkose mit sich?
Eine Narkose hat Einfluss auf den gesamten Körper und dessen Funktionen. Unerwünschte Wirkungen während der Narkose sind Herz-Rhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Unterkühlung, Thromben, Atemdepressionen und im schlimmsten Fall der Herz- oder Atemstillstand.

In den ersten Tagen nach einer Narkose können vereinzelt noch leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie Heiserkeit und leichtes Husten (aufgrund des in den Hals eingeführten Tubus) auftreten.

Wie kann man dem Narkoserisiko vorbeugen?
Wie auch beim Menschen, bringt jede Narkose beim Tier ein gewisses Risiko mit sich. Wir können also sehr gut nachvollziehen, wenn sich Besitzer vor einer Narkose ihres Tieres fürchten. Wir vermindern dieses Risiko jedoch durch die bestmögliche Überwachung des Patienten, um bei Zwischenfällen schnell und gezielt eingreifen zu können.

Wie kann das Narkoserisiko vermindert werden?

Was wir tun:
Grundsätzlich sind Narkosezwischenfälle sehr selten. Treten jedoch Zwischenfälle auf, kann bei einem Großteil mit Hilfe von Medikamenten und/oder einer Beatmung entgegengewirkt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten bei längeren Narkosen einen Venenzugang haben und intubiert sind – so kann im Notfall schnell reagiert und wertvolle Zeit gespart werden.

Das Um und Auf der Risikominimierung ist eine gute Narkoseüberwachung. In unserer Klinik wird jede Operation von unseren technisch-chirurgischen AssistentInnen überwacht. Zusätzlich stehen uns die modernsten Geräte zur Verfügung, welche die Herz-, Kreislauf- und Atemfunktion (Puls-, Herz-, und Atemfrequenz, EKG, SpO2, Blutdruck, etCO2), sowie die Körpertemperatur kontinuierlich und sehr präzise überwachen. Bereits kleinste Veränderungen sind dank unserer modernen, technischen Ausstattung zu erkennen und unser Team kann dadurch wenn nötig frühzeitig eingreifen. Wir verwenden zudem nur die sichersten Narkosen, welche für jeden Patienten individuell zusammengestellt werden.

Gerade bei älteren Tieren ist die Angst vor der Narkose bei Tierbesitzern sehr groß. Leider werden deshalb für das Tiere nötige Behandlungen oft raus gezögert. Von medizinischer Seite spricht auch bei alten Tieren nichts gegen eine Narkose, wenn der Patient vor einer geplanten Narkose bereits vor untersucht wurde. Bei diesem Termin wird eine klinische Untersuchung durchgeführt, die beispielsweise Hinweis auf eine Herzerkrankung geben können. Zusätzlich empfehlen wir bei älteren Tieren eine Blutuntersuchung, bei der die wichtigsten Organfunktionen überprüft werden. Sollte bei der Voruntersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden, sind vor der geplanten Narkose eventuell weitere Untersuchungen nötig wie beispielsweise ein Herzultraschall. Durch diese Voruntersuchung können wir die Narkose (durch die Auswahl der Medikamente, Flüssigkeitszufuhr durch Infusionen,…) individuell auf die Bedürfnisse des Tieres anpassen. Somit ist das Narkoserisiko auch bei alten Tieren sehr gering, wenn diese durch eine Voruntersuchung genau abgeklärt wurden.

Auch in der Aufwachphase und nach der Narkose können noch Komplikationen auftreten. Deshalb bleiben die Tiere nach der Narkose so lange bei uns, bis sie vollständig wach sind und kein akutes Risiko mehr besteht. Das heißt, der Patient ist bei vollem Bewusstsein, ist geh- und stehfähig und kann seine Körpertemperatur eigenständig halten.

Was Sie tun können:
Beachten Sie unbedingt die Informationen, welche Sie vorab vom Tierarzt erhalten. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Patient ausgeruht und nüchtern (mit Ausnahme von Nagern) zur Operation kommt. Im Idealfall konnte sich der Vierbeiner kurz vor dem Termin auch noch lösen. Vor der Heimgabe des Vierbeiners führen wir immer noch ein Besitzergespräch um die Nachsorge für Zuhause (wie beispielsweise die Wärmebehandlung) zu besprechen.

Falls Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, kontaktieren Sie uns gerne.

Der Hund tobt ausgiebig mit einem Artgenossen oder jagt einem Ball hinterher und Zack – ist die Kralle eingerissen. Fast jeder Hund erleidet in seinem Leben mindestens einmal eine Krallenverletzung. Grundsätzlich sollte bei jeder Krallenverletzung ein Tierarzt aufgesucht werden, da aufgrund der möglichen Infektionsgefahr eine medizinische Versorgung unumgänglich ist. So auch im Fall von Artemis, einem 9-jährigen Rhodesian Ridgeback. Beim Laufen über ein Metallgitter hat sich die Hündin gleich zwei Krallen fast vollständig abgerissen.

Die Krallen beim Hund bestehen – wie auch bei uns Menschen die Fingernägel – aus Horn. Beim Hund sitzen die Krallen auf dem sogenannten Krallenbein (dem letzten Knochen der „Finger“) und sind fest mit diesem verbunden. Kommt es zu schwereren Verletzungen, also beispielsweise wenn die Kralle gespalten ist, absteht oder teilweise abgerissen wurde, muss immer ein Röntgenbild angefertigt werden. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass das darunterliegende Krallenbein beschädigt wurde und eine chirurgische Behandlung nötig ist.

Artemis hatte Glück im Unglück und die Krallenbeine waren unverletzt. Da die Krallen aber nur teilweise abgetrennt wurde, mussten die noch haftenden Reste in einer Kurzsedierung vollständig entfernt werden. Nur so kann die Kralle wieder gerade nachwachsen. Wenige Stunden später konnte Artemis, samt Verband an der Pfote, wieder entlassen werden.

Ein Verband ist bei derartigen Krallenverletzungen unumgänglich um eine Infektion der Wunde zu vermeiden. Zudem dient er als Leckschutz und polstert die Pfote, wodurch Schmerzen beim Laufen minimiert werden. Verbandswechsel werden (je nach schwere der Verletzung) ca. alle zwei Tage gemacht. Bei Artemis wurden zwischen den Verbandswechseln zusätzlich noch Fußbäder gemacht, welche die Pfote reinigen und die Haut beruhigen. Bis eine Kralle soweit nachgewachsen ist, dass eine Berührung für den Hund nicht mehr schmerzhaft ist, vergehen in der Regel einige Wochen bis Monate.Die Besitzerin von Artemis hat den Verlauf der Heilung mit Bildern dokumentiert und uns diese zur Verfügung gestellt. Bei den blutigen Stellen handelt es sich um das Krallenbein (also den mit Schleimhaut bedeckten Knochen des Hundes). Bereits wenige Tage nach der Verletzung ist zu sehen, wie sich Stück für Stück eine Haut über dem Krallenbein bildet. Bereits einige Wochen später hat sich eine trockene Schutzhaut über dem Knochen gebildet. Nach einigen Monaten sind die Krallen wieder vollständig nachgewachsen.

Bei Artemis fand der letzte Verbandswechsel in unserer Klinik ca. 3 Wochen nach der Verletzung statt. Ab diesem Zeitpunkt führte die Besitzerin die Verbandswechsel noch einige Tage Zuhause selber durch. Anschließend wurde die Kralle noch durch eine Socke und einen Schuh einige Tage lang geschützt, bevor die Hündin wieder unbeschwert toben konnte.

Wir danken der Besitzerin herzlich für die tolle Dokumentation und das zur Verfügung stellen der Bilder. Der Dank gilt natürlich auch Artemis, die bei jedem Verbandswechsel und Fußbad so tapfer war!

Neben Hund, Katze und Kaninchen sind Vögel als Haustiere mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Zu den beliebtesten Vögeln gehören Wellensittiche, Nymphensittiche und Zebrafinken aber auch exotische Vögel wie Aras, Kakadus, und andere Papageien werden immer beliebter. Das Problem bei Vögeln ist, dass die Haltung sehr anspruchsvoll ist und je nach Vogelart haben die Tiere unterschiedliche Bedürfnisse.

Die meisten der bei uns gehaltenen Vögel leben ursprünglich in den Tropen und legen dabei weite Flugstrecken zurück. In unseren Haushalten werden die Vögel meist in Käfigen gehalten und haben kaum Möglichkeit, längere Zeit zu fliegen. Die Haltung dieser Tiere in Haushalten ist daher grundsätzlich auch kritisch zu hinterfragen..

Kleinere Vögel wie Wellensittiche können ca. 5 – 10 Jahre alt werden, Papageienarten bis zu 60 bis 70 Jahre. Die Anschaffung eines solchen Tieres sollte also wohlüberlegt sein.

Ca. 80% aller Erkrankungen bei Vögeln werden durch falsche Ernährung und/oder Haltung hervorgerufen. Je nach Vogelart muss die Ernährung genau an das jeweilige Tier angepasst werden. Neben diversen Saaten und Frischfutter sind auch Vitaminquellen und Zusätze auf dem Speiseplan zu beachten. Erstellen Sie einen abwechslungsreichen Speiseplan für die Vögel um eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu gewährleisten. Orientieren Sie sich dabei an der Ernährung in den Ursprungsländern der jeweiligen Vogelart. Eine Fütterung vom Tisch ist ausdrücklich abzulehnen, auch wenn die Vögel dies gerne nehmen. Für uns Menschen gedachtes Essen löst beim Vogel schwere Krankheiten aus.

Neben der Fütterung ist auch die Größe des Käfigs ausschlaggebend für das Wohlbefinden der Vögel. Die im Handel erhältlichen Käfige sind in der Regel viel zu klein, weshalb immer auf eine große Voliere zurückgegriffen werden sollte. Der Standort und das Material des Käfigs, ein geeigneter Bodenbelag, Versteck-, Schlaf- und Bademöglichkeiten sowie spezielle Lichtquellen und Bepflanzungen müssen bei der Einrichtung beachtet werden. Idealerweise lassen Sie die Vögel mehrere Stunden am Tag fliegen – am besten in einer Außenvoliere, einem umgebauten Balkon oder einem Vogelzimmer. Beachten Sie dabei ebenfalls, die Wohnung Vogel sicher zu machen.

Vögel sind sehr intelligente Tiere, weshalb auch das Beschäftigungsmaterial jeweils auf die Vogelart angepasst werden muss. 80% des Tages verbringen Vögel in der Wildnis mit der Futtersuche. Überlegen Sie sich daher, wie Sie die Fütterung abwechslungsreich gestalten können. Ein Vogel, der immer eine volle Futterschüssel im Käfig hat wird nie auf Futtersuche gehen und deshalb auch kaum fliegen. Vor allem Papageien sind sehr intelligente und neugierige Lebewesen, die durch eine kontinuierliche Reizarmut und immer gleiche Tagesabläufe zu Verhaltensstörungen neigen. Das rupfen der Federn ist nur ein Beispiel. Auch Plastikspielzeuge und Spiegel werden oft gesehen, sind aber auch für jegliche Art von Vogel absolut ungeeignet.

Vögel sollten niemals alleine gehalten werden, da sie äußerst soziale Tiere sind und bei Einzelhaltung schnell Verhaltensstörungen auftreten. Nur eine Paar- oder Gruppenhaltung ist artgerecht. Selbst wenn sich der Mensch intensiv mit dem Vogel beschäftigt, ist dieser kein Ersatz für einen tierischen Partner. Gemeinsam sind Vögel wesentlich glücklicher.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Vögel in der Haltung sehr anspruchsvoll sind und je nach Vogelart verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen haben. Informieren Sie sich deshalb umfangreich um die passenden Vögel für Sie zu finden.

Falls Sie sich für die Haltung von Vögeln interessieren und Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns. Unsere Spezialistin für Vögel und Exoten, Frau Dr. Hüsgen nimmt sich gerne Zeit für ein persönliches Beratungsgespräch. Auch bei Krankheitsanzeichen sind wir gerne für Sie da.

Wie entsteht eine Pyometra?

Was ist eine Pyometra?
Bei der sogenannten Pyometra handelt es sich um eine eintrige Entzündung der Gebärmutter. Was erstmals sehr harmlos klingt, kann für den Hund jedoch schnell lebensbedrohlich sein.

Wie entsteht die Gebärmutterentzündung?
Eine Pyometra bildet sich in der Regel am Ende der Läufigkeit der Hündin. Dies hängt damit zusammen, dass der Muttermund der Hündin während der Läufigkeit leicht öffnet ist und Bakterien so ungehindert über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen können. Durch den Einfluss des Hormons Progesteron, dessen Konzentration am Ende der Läufigkeit ansteigt, schließt sich der Muttermund wieder und es entsteht in der Gebärmutter ein idealer Nährboden für Bakterien. Diese vermehren sich rasch und in Folge entsteht eine Entzündung, welche Giftstoffe bildet und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führt. Eine unbehandelte Pyometra führt immer zum Tod des Tieres, weshalb ein Tierarztbesuch unumgänglich ist.

Bei der Pyometra unterscheidet man zwei Arten: die offene und die geschlossene Form. Bei der offenen Form ist der Muttermund noch leicht geöffnet und das blutig-eitrige Sekret kann teilweise abfließen. Bei der geschlossenen Form ist der Muttermund geschlossen und der Eiter sammelt sich in der Gebärmutter an.

Welche Hunde sind betroffen?
Die Pyometra bildet sich meist nach der Läufigkeit, deswegen sind unkastrierte Hündinnen wesentlich häufiger davon betroffen als kastrierte Hunde. Vor allem bei älteren Hündinnen ist die Gebärmutter-Vereiterung ein großes Thema. Laut einer Studie erkranken rund 25% aller unkastrierten Hündinnen in den ersten 10 Lebensjahren an einer Pyometra.

Wie erkenne ich eine Pyometra?
Die ersten Symptome äußern sich meist ca. zwei bis acht Wochen nach der Läufigkeit und sind oft sehr unspezifisch. Die betroffenen Hunde sind schlapp, zeigen Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Fieber. Auch vermehrte Wasseraufnahme und somit ein erhöhter Urinabsatz gehört zu den Symptomen. Vaginalausfluss kann bei der offenen Variante ebenfalls ein Hinweis auf eine Pyometra sein. Dem Besitzer zeigt sich dies meist durch vermehrtes Schlecken an der Vulva.

Wie wird eine Pyometra diagnostiziert?
Die Diagnose wird mittels einer Ultraschalluntersuchung gestellt, wo sich die gefüllte Gebärmutter darstellen lässt. Zudem wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um die Organwerte zu überprüfen.

Wie wird eine Pyometra behandelt?
Bei einer leichten Form der offenen Pyometra kann mit Hilfe einer medikamentösen Therapie behandelt werden. Hierbei ist jedoch die Gefahr relativ hoch, dass die Erkrankung bei den nächsten Läufigkeiten erneut auftritt. Deshalb raten wir bei einer Gebärmutterentzündung immer zur Operation. Hierbei wird die Gebärmutter chirurgisch entfernt und die Hündin in der selben Operation kastriert.

Wie ist die Prognose?
In ganz seltenen Fällen (wenn der Patient sehr spät beim Tierarzt vorgestellt wird) kann trotz umgehender Behandlung noch ein durch Sepsis hervorgerufenes Organversagen auftreten. In der Regel verlaufen die Behandlungen jedoch komplikationslos und die Hündinnen erholen sich nach dem chirurgischen Eingriff sehr schnell.

Wie kann man einer Pyometra vorbeugen?
Die einzige Methode um einer Pyometra vorzubeugen ist die Kastration der Hündin. Bei unkastrierten Hündinnen ist es sehr wichtig, dass der Tierbesitzer die Hündin nach der Läufigkeit gut beobachtet. Sollten oben angeführte Symptome auftreten, empfehlen wir immer den Gang zum Tierarzt. Eine Pyometra kann innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich sein und eine Not-Operation unumgänglich werden.

Aktuell ist die Nachfrage nach Welpen größer denn je. Auf diversen Internetplattformen findet man derzeit viele Aufrufe von Menschen, die verzweifelt nach Hunde- oder Katzenbabys suchen.

Auf einen Welpen eines Züchters wartet man mitunter mehrere Monate oder gar Jahre, weshalb sich manche Menschen für die Adoption eines Hundes aus dem Ausland über eine Tierschutzorganisation/einen Verein entscheiden oder Welpen über irgendwelche Anzeigen kaufen.

Fast jeder Hundebesitzer kennt mittlerweile auch den Slogan „Adopt, don’t shop“. Mit diesem Satz soll den Leuten suggeriert werden, dass der Erwerb eines Hundes aus dem Tierschutz im Vergleich zum Kauf eines Vierbeiners beim Züchter immer die erste Wahl sein sollte.

Ziel unseres heutigen Beitrages ist es nicht, das Pro und Contra eines Hundes aus der Zucht vs. eines Hundes aus dem Tierschutz zu beurteilen. In unserem heutigen Beitrag geht es alleine darum, dass wir ein Bewusstsein für den Welpenkauf schaffen möchten.

Immer wieder kommt es vor, dass Welpen bei uns vorgestellt werden, bei denen schon der Impfpass Grund zur Sorge bietet. Wirft man einen Blick auf den Hund (dessen Entwicklungsstand) und das angebliche Geburtsdatum, kommen meist bereits die ersten Zweifel auf. Oft sind die Welpen deutlich jünger als im Pass angegeben, damit sie problemlos über die Grenze reisen dürfen.

Wenn bereits beim Geburtsdatum geflunkert wird, stellt sich natürlich die Frage, ob die restlichen Angaben des Passes korrekt sind. Hierbei sind vor allem die Impfungen sehr kritisch zu sehen. Ob die Welpen überhaupt geimpft wurden und einen ausreichenden Schutz haben ist demnach fraglich.

Vor kurzem wurde uns ein junger Havaneserwelpe vorgestellt, der erst seit kurzem bei seinem neuen Besitzer lebt. Die ersten Tage hat sich der Welpe völlig normal verhalten, zeigte nach ein paar Tagen allerdings leichten Durchfall und war etwas schlapper als die Tage zuvor. Als der Welpe dann zum Termin in unserer Klinik erschien, wurde er von uns gründlich untersucht und stationär aufgenommen. Trotz der umgehenden Behandlung hat sich der Gesundheitszustand des Hundes in den darauffolgenden Stunden stetig verschlechtert und die Verdachtsdiagnose des Tierarztes bestätigte sich wie erwartet: Parvovirose.

Bei Parvovirose handelt es sich um eine hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die vor allem bei Hunden aus dem Ausland auftreten. Die Ansteckung der Hunde erfolgt über den Kot von infizierten Tieren und alleine ein kurzer Kontakt reicht aus, um den Hund erkranken zu lassen. Diese hochansteckende Krankheit löst bei den Hunden Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Lethargie aus. Was ersmal recht harmlos klingt, ist für den Hund allerdings lebensgefährlich und mit einem großen Leidensweg verbunden. Die Hunde erbrechen unentwegt und wollen/können meist keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Innerhalb von wenigen Stunden und Tagen kann sich der Gesundheitszustand dann dramatisch verschlechtern.

Schutz bietet hier ausschließlich eine Impfung. Da viele der Auslandshunde aber falsch, unvollständig oder gar nicht geimpft sind, besteht hier leider oft kein ausreichender Schutz vor der gefürchteten Krankheit. Vor allem junge Tiere die im ersten Lebensjahr erkranken sind gefährdet. Die betroffenen Hunde benötigen eine intensive, stationäre Therapie und können oft leider trotz sofortiger, intensiver Behandlung nicht mehr gerettet werden. Viele der an Parvovirose erkrankten Hunde versterben in den ersten Tagen nach Beginn der Symptome.

Leider war dies auch bei dem Havaneserwelpen der Fall. Obwohl der kleine Vierbeiner umgehend bei uns intensiv medizinisch versorgt wurde, musste er wenige Tage nach der stationären Aufnahme von seinem Leid erlöst werden.

Wir möchten mit unserem Beitrag wieder ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es in der Verantwortung der zukünftigen Tierbesitzer liegt, genau zu überprüfen, woher der Welpe stammt. Kauft man einen Hund aus dem illegalen Welpenhandel, rettet man zwar mitunter den einen Welpen, fördert aber durch die Nachfrage das Leid der Elterntiere, welche meist unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden und erneut Welpen produzieren müssen. Ein Kauf eines solchen Hundes produziert zusätzliches Tierleid und auf den Tierbesitzer kommen aufgrund der nötigen medizinischen zusätzliche Kosten zu.

Das Hundekäufe über Online-Plattformen strikt gemieden werden müssen, sollte mittlerweile jedem klar sein. Leider gibt es aber auch sogenannte Tierschutzorganisationen und -vereine, deren Seriosität zu wünschen übrig lässt. Uns ist noch wichtig klarzustellen, dass es durchaus Organisationen und Vereine gibt, die großen Wert darauf legen, gesunde Hunde zu vermitteln und alle tierärztlichen Vorgaben einhalten. Dennoch bitten wir alle potentiellen Welpenkäufer, sich vor dem Kauf des Hundes ein genaues Bild zu verschaffen und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen.

Für Laien ist es oft schwer, seriöse Angebote von illegalem Welpenhandel zu unterscheiden. Dennoch können einige Hinweise bereits Aufschluss darüber geben, ob es sich um potentiell kranke Welpen handeln könnte: Wird angeboten, den Welpen am Parkplatz zu übergeben oder per Transport nach Hause gebracht zu werden, sollten alle Alarmglocken läuten. Auch Welpen eines österreichischen „Züchters“ mit ausländischem Impfpass sollten Grund genug sein, die Finger von den Hunden zu lassen. Lassen Sie sich vor dem Welpenkauf immer die Papiere (Untersuchungen, Impfpass,…) zeigen und sprechen Sie möglichst mit anderen Leuten, ob es Erfahrungsberichte zur Organisation/Verein/Verkäufer gibt. Kaufen Sie bei einem „Züchter“, lassen Sie sich immer die Elterntiere und die anderen Welpen zeigen und werfen Sie einen Blick auf die Dokumente des Hundes.

Der illegale Welpenhandel kann auch von uns nicht gestoppt werden, aber wir wollen an die Leute appellieren und so künftig Tierleid verhindern. Unser Fazit: Schauen Sie so genau wie möglich hin, wenn Sie einen Welpen kaufen und lassen Sie sich vom Wort „Tierschutz“ nicht blenden.

Ohrenprobleme sind beim Hund keine Seltenheit. Das Erste, das den Besitzern von betroffenen Hunden auffällt, ist meist das vermehrte Kratzen an den Ohren. Im weiteren Verlauf schütteln die Hunde öfters den Kopf und es wird im fortgeschrittenen Stadium von den Besitzern ein übelriechender Geruch wahrgenommen. Wird dann kein Tierarzt konsultiert, kann auch eine Kopfschiefhaltung und damit verbundene Gleichgewichtsstörungen auftreten.

Wenn oben genannte Symptome auffallen, ist ein Gang zum Tierarzt unerlässlich. Immer wieder haben wir Anfragen, bei denen Tierbesitzer ohne vorherige Untersuchung Ohrenreiniger und/oder -tropfen abholen möchten, was von uns verneint wird. Durch eine falsche Behandlung können für den Patienten schwerwiegende Folgen auftreten. Würde man beispielsweise bei einem Hund mit bereits geschädigtem Trommelfell Ohrreiniger anwenden, kann dies zum vollständigen Hörverlust oder sogar zu bleibenden Gleichgewichtsstörungen führen. Deshalb ist ein Tierarztbesuch bei einer Ohrenproblematik unerlässlich.

Eine Ohrenentzündung – die sogenannte Otitis – kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Viele der betroffenen Patienten leiden unter Allergien (z.B. Futtermittelallergien). Auch Pilze, Parasiten sowie Fremdkörper oder Tumore können Grund für eine Otitis sein.

Hunderassen mit hängenden Ohren neigen allgemein vermehrt zu Ohrenentzündungen, da durch die geklappten Ohren kein ausreichender Luftaustausch im Ohr erfolgen kann und die Feuchtigkeit ein idealer Nährboden für Bakterien bildet. Auch Hunde die häufig Baden und Hunde mit engem Gehörkanal sind öfters von einer Otitis betroffen.

Beim Tierarzt wird der Hund gründlich untersucht und die Ohren werden mit dem Otoskop und wenn erforderlich mit dem Endoskop genauer begutachtet. Anschließend werden je nach Befund noch Proben entnommen, die unter dem Mikroskop untersucht werden und Aufschluss darüber geben, ob es sich um Parasiten, Hefepilze (Malassezien) oder Bakterien handelt. So kann der Patient noch gezielter behandelt werden.

Je nach Befund werden Ohrerkrankungen mit Spüllösungen und/oder Medikamenten behandelt. Je nach Schweregrad können auch professionellen Ohrspülungen in Sedierung nötig sein. Ohrenentzündungen sind für den Hund äußerst schmerzhaft und sollten demnach so schnell wie möglich behandelt werden.

Bei einer Otitis ist es wichtig, dass nicht nur die Entzündung selber, sondern vor allem die Ursache und damit das zugrundeliegende Problem behandelt werden. Leidet der Hund beispielsweise an einer allergiebedingten Otitis, wird sich die Problematik allein mit der Behandlung des Ohres nicht verbessern. Hier ist das Management der Allergie genauso wichtig wie die Behandlung des Ohres an sich.

Ein weiterer Grund, warum bei auffallenden Ohrproblemen immer ein Tierarzt zu rate gezogen werden sollte.