Der Hund tobt ausgiebig mit einem Artgenossen oder jagt einem Ball hinterher und Zack – ist die Kralle eingerissen. Fast jeder Hund erleidet in seinem Leben mindestens einmal eine Krallenverletzung. Grundsätzlich sollte bei jeder Krallenverletzung ein Tierarzt aufgesucht werden, da aufgrund der möglichen Infektionsgefahr eine medizinische Versorgung unumgänglich ist. So auch im Fall von Artemis, einem 9-jährigen Rhodesian Ridgeback. Beim Laufen über ein Metallgitter hat sich die Hündin gleich zwei Krallen fast vollständig abgerissen.

Die Krallen beim Hund bestehen – wie auch bei uns Menschen die Fingernägel – aus Horn. Beim Hund sitzen die Krallen auf dem sogenannten Krallenbein (dem letzten Knochen der „Finger“) und sind fest mit diesem verbunden. Kommt es zu schwereren Verletzungen, also beispielsweise wenn die Kralle gespalten ist, absteht oder teilweise abgerissen wurde, muss immer ein Röntgenbild angefertigt werden. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass das darunterliegende Krallenbein beschädigt wurde und eine chirurgische Behandlung nötig ist.

Artemis hatte Glück im Unglück und die Krallenbeine waren unverletzt. Da die Krallen aber nur teilweise abgetrennt wurde, mussten die noch haftenden Reste in einer Kurzsedierung vollständig entfernt werden. Nur so kann die Kralle wieder gerade nachwachsen. Wenige Stunden später konnte Artemis, samt Verband an der Pfote, wieder entlassen werden.

Ein Verband ist bei derartigen Krallenverletzungen unumgänglich um eine Infektion der Wunde zu vermeiden. Zudem dient er als Leckschutz und polstert die Pfote, wodurch Schmerzen beim Laufen minimiert werden. Verbandswechsel werden (je nach schwere der Verletzung) ca. alle zwei Tage gemacht. Bei Artemis wurden zwischen den Verbandswechseln zusätzlich noch Fußbäder gemacht, welche die Pfote reinigen und die Haut beruhigen. Bis eine Kralle soweit nachgewachsen ist, dass eine Berührung für den Hund nicht mehr schmerzhaft ist, vergehen in der Regel einige Wochen bis Monate.Die Besitzerin von Artemis hat den Verlauf der Heilung mit Bildern dokumentiert und uns diese zur Verfügung gestellt. Bei den blutigen Stellen handelt es sich um das Krallenbein (also den mit Schleimhaut bedeckten Knochen des Hundes). Bereits wenige Tage nach der Verletzung ist zu sehen, wie sich Stück für Stück eine Haut über dem Krallenbein bildet. Bereits einige Wochen später hat sich eine trockene Schutzhaut über dem Knochen gebildet. Nach einigen Monaten sind die Krallen wieder vollständig nachgewachsen.

Bei Artemis fand der letzte Verbandswechsel in unserer Klinik ca. 3 Wochen nach der Verletzung statt. Ab diesem Zeitpunkt führte die Besitzerin die Verbandswechsel noch einige Tage Zuhause selber durch. Anschließend wurde die Kralle noch durch eine Socke und einen Schuh einige Tage lang geschützt, bevor die Hündin wieder unbeschwert toben konnte.

Wir danken der Besitzerin herzlich für die tolle Dokumentation und das zur Verfügung stellen der Bilder. Der Dank gilt natürlich auch Artemis, die bei jedem Verbandswechsel und Fußbad so tapfer war!