Bevor wir mit den Schmerzäußerungen starten, wollen wir erst klären, was Schmerz eigentlich bedeutet. Schmerz ist laut der Weltschmerzorganisation IASP ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.

Medizinisch erklärt sind Schmerzen Sinneswahrnehmungen, die von unterschiedlichen Rezeptoren und Nerven erkannt und ans Gehirn weitergeleitet werden. Unterteilt werden diese Schmerzen in akute und chronische Schmerzen. Beim akuten Schmerz tritt der Hund beispielsweise in eine Scherbe und zieht sich eine Schnittverletzung zu: der Schmerz tritt also sofort auf. Bei chronischen Schmerzen handelt es sich beispielsweise um einen Hund mit Arthrose, der schon länger anhaltende bzw. ständig wiederkehrende Schmerzen hat. Bei fehlender Behandlung können akute Schmerzen chronisch werden. Selbst wenn die Ursache der Schmerzen bereits behoben ist, kann sich ein Schmerzgedächtnis ausbilden. Das heißt, dass das Gehirn Schmerzen vortäuscht, die nicht mehr vorhanden sind.

Wie zeigt ein Tier Schmerzen?
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Je nach Tierart sowie Art und Lokalisation des Schmerzes, zeigen die Tiere unterschiedliche Symptome. Eines haben jedoch alle Tierarten gleich: Schmerzen sind nicht mit Lautäußerungen wie Jammern, Winseln oder Schreien verbunden. Oft hören wir den Satz: „Mein Hund humpelt und ich habe alles abgetastet aber Schmerz hat er keinen“. Alleine das Entlasten des Beines ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Hund unter Schmerzen leidet. Beim Auftreten der Gliedmaße wird ein Schmerz ausgelöst, weshalb der Hund das Bein entlastet.

Folgend geben wir einen Einblick über mögliche Schmerzäußerungen bei Hund und Katze. Dies dient allerdings nur als Anhaltspunkt. Natürlich gibt es noch viele andere Symptome die auf Scherzen hinweisen.
▪️ Lautäußerungen: Winseln, Jammern, Aufschreien
▪️ Zahnschmerzen: Fressunlust, Speicheln, einseitiges Kauen
▪️ Gelenkschmerzen: Steifer oder unrunder Gang, Lahmheit, unregelmäßige Belastung der Gliedmaßen, Schonhaltungen, erschwertes Aufstehen, Bewegungsunlust, Meiden von Bewegungen oder gewissen Kommandos wie Sitz oder ins Auto springen
▪️ Bauchschmerzen: Appetitlosigkeit, Bewegungsunlust, Erbrechen, Durchfall, Katzenbuckel, Steifer Gang, Tier will sich nicht ablegen
▪️ Unspezifische Äußerungen: starkes Hecheln, Aggressivität, Zittern, geweitete Pupillen, beschleunigte Herzfrequenz, Teilnahmslosigkeit, Schlappheit, Tier zieht sich zurück.

Dies sind nur einige der Symptome, welche Tiere zeigen, wenn sie unter Schmerzen leiden. Damit ein akuter Schmerz nicht chronisch wird, ist es besonders wichtig, dass betroffene Tiere zeitnah behandelt werden. Haben Sie also das Gefühl, dass Ihr Tier Veränderungen zeigt, gehen Sie auf Nummer sicher und vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin.

Was hilft gegen Schmerzen?
Je nach Art des Schmerzes stehen verschiedene Schmerzmittel bzw. Entzündungshemmer zur Verfügung. Die Wahl des richtigen Präparates hängt immer von der Tierart, dem Schweregrad des Schmerzes sowie der Art der Schmerzen (Zahnschmerzen, Gelenkschmerzen,…) ab. Nahrungsergänzungsmittel sowie Physiotherapie können je nach Schmerz unterstützend als Therapie eingesetzt werden. Je nach Schmerzart können auch Wärmebehandlungen oder Kühlpads Hilfe leisten. Diverse Hausmittel sollten immer nur in Absprache mit dem Tierarzt angewendet werden. Zudem ist es wichtig zu erwähnen, dass Tiere niemals Schmerzmittel aus der Humanmedizin erhalten dürfen. Einige Wirkstoffe sind für Hunde und Katzen unverträglich und können bereits bei geringen Mengen zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod führen.

Wie kann ich Schmerzen vorbeugen?
Das A und O bei Schmerzen ist eine jährliche Gesundenuntersuchung. Zudem gilt, wie auch beim Menschen, dass eine gesunde Lebensweise (regelmäßige Bewegung, Normalgewicht und gesunde Ernährung) Krankheiten vorbeugt und somit Schmerzen verhindert.

Jedes Tier hat ein schmerzfreies und glückliches Leben verdient. Deshalb ist es wichtig, dass Tierbesitzer ihre Tiere gut beobachten und bei Auffälligkeiten einen Tierarzt aufsuchen.